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HEBEISEN WHITE WINGS Hanau

(Hanau/Basketball/pm) - Weihnachtszeit ist Wunschzettelzeit. Während beim Großteil der Deutschen vermutlich Elektronik, Bücher oder – ganz profan – Socken auf der Liste stehen dürften, steht bei Simon Cote, Till-Joscha Jönke und Luquon Deonti Choice etwas ganz anderes auf Platz eins der Wunschliste: ein Sieg mit den HEBEISEN WHITE WINGS Hanau. Die Basketballer aus der Brüder-Grimm-Stadt können sich dieses Geschenk dabei selber unter den Baum legen – denn am Freitag sind sie ab 19.30 Uhr bei den Nürnberg Falcons BC zu Gast. Und dort wollen die Hanauer ihre Negativserie mit zuletzt fünf Niederlagen in Folge in der 2. Bundesliga ProA stoppen.

Die Reise ins Frankenland treten die Mannen von Headcoach Simone Cote aber mit einer Hiobsbotschaft im Gepäck an: Power Forward Paul Albrecht fällt verletzungsbedingt aus. Die Blessur, die er sich im letzten Spiel gegen Crailsheim zugezogen hat, hat sich als Sprunggelenksverletzung erwiesen und wird eine mehrwöchige Pause nach sich ziehen. „Das ist natürlich ein schwerer Schlag für uns“, meint Sportdirektor Helmut Wolf. Der 24-Jährige ist bislang eine feste Säule gewesen und hat nach Kapitän Christian von Fintel und Till-Joscha Jönke die drittmeiste Spielzeit bei den Hanauern. Zudem steuerte Albrecht bislang 10,1 Punkte im Schnitt bei. Wie lange er genau ausfallen wird, steht noch nicht fest. Die Verantwortlichen der HEBEISEN WHITE WINGS sind deshalb bereits auf der Suche nach Ersatz. „Wir suchen intensiv nach Verstärkung, müssen aber abwarten, ob sich das finanziell stemmen lässt“, so Wolf. Den Kopf in den Sand stecken wollen die Hessen aber keineswegs – denn in Nürnberg rechnet sich das Team auch ohne Albrecht Siegchancen aus. Die starke Vorstellung gegen Spitzenreiter Crailsheim, dem sich die Cote-Schützlinge erst in den letzten zwei Minuten beugen mussten (78:82), lieferte genügend Ansatzpunkte, optimistisch nach vorne zu schauen. „Wir haben stark gespielt und uns deutlich verbessert“, meint Wolf, der auch nicht viel auf die Niederlagenserie gibt: „Wir haben in den letzten Wochen nur gegen Topteams der Liga gespielt. Uns war klar, dass es sehr schwer werden wird, in diesen Wochen zu punkten. Wir sind aber absolut im Soll – und mit Nürnberg kommt nun ein Gegner auf Augenhöhe.“ Die Franken rangieren in der Tabelle im Moment auf Platz 14 – mit zwei Siegen weniger auf dem Konto als die White Wings. Wolf bezeichnet den kommenden Gegner als „Wundertüte“. Nürnberg habe zwar deutliche Niederlagen gegen schwächere Teams kassiert, gegen Mannschaften aus dem oberen Tabellendrittel aber auch schon überraschende Erfolge landen können – so zum Beispiel ein 72:53 gegen den Tabellenvierten Köln oder ein 87:79 in Hagen. „Ein schwer auszurechnender Gegner mit vielen Auf und Abs, den wir auf keinen Fall unterschätzen dürfen“, so Wolf. Hauptmanko der Falcons ist die Treffsicherheit: Mit nur 936 Punkten stellt das Team von Headcoach Ralph Junge die schlechteste Offense der gesamten Liga – im Schnitt kommen sie pro Partie damit bislang nur auf rund 67 Punkte. Zum Vergleich: Die White Wings markieren im Schnitt sieben Zähler mehr pro Spiel. Anders als die Hessen haben die Falcons aber einen sehr breiten Kader, der insgesamt 14 Spieler umfasst – darunter fünf Amerikaner, nachdem Anthony Joseph Dallier im Dezember kurzfristig nachverpflichtet worden ist. Zum Team gehören aber auch sechs U22-Spieler, die teilweise nur sporadisch eingesetzt werden. Auffälligster Falke war bislang Dan Oppland, der im Schnitt 13 Punkte markierte. Das Spiel beginnt um 19:30 Uhr. Wer der Partie nicht beiwohnen kann, hat die Möglichkeit, sie im Livestream unter https://airtango.live zu verfolgen.