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Christel von der Post mit Chor

(Nidderau/pm) - Wäre Musik eine Sportart, könnte man sagen, dass sich die Musical-Familie Nidderau einen starken Gegner für die „Nacht der Operette“ ausgesucht hatte. Denn zeitgleich zu diesem musikalischen Highlight bestritt die deutsche Elf ein WM-Spiel. Allerdings nutzten viele Operettenfans das Kontrastprogramm und so war die wunderbare Schlosskirche in Bad Homburg vollbesetzt. Anders wie beim Sport gibt es in der Musical-Familie kein Konkurrenzdenken, dafür wird Teamgeist ganz groß geschrieben. Gemeinsam hatte das Ensemble um Kulturpreisträgerin Leonore Kleff einen abwechslungsreichen Abend mit vielen musikalischen Höhepunkten vorbereitet.

Mit viel Charme führte TV-Moderatorin Michaele Scherenberg durch das bunt gemischte Programm. Sie verband die einzelnen Lieder in ihrer unübertrefflichen Art des Erzählens mit kleinen Geschichten und dem ein oder anderen Detail zu den einzelnen Solokünstlern.

Den Auftakt machte das kleine Orchester mit einem musikalischen Querschnitt aus dem „Vogelhändler“. Die weltbekannte Operette wird im kommenden Frühjahr von der Musical-Familie in Nidderau und Schöneck aufgeführt. Volker Hobert und Christopher Scheld am Piano, Benedikt Bach an der Violine, Matthias Wischer am Akkordeon und Manfred Wischer am Kontrabass, die an diesem Abend sämtliche Stücke abwechselnd begleiteten, werden auch bei dieser neuen Produktion alle im Orchester mitwirken.

„Wir laden gern uns Gäste ein“, so begrüßte der Chor der Musical-Familie die Besucher äußerst schwungvoll und präsentierte sich dabei in feiner Abendgarderobe. Nicht nur gesanglich überzeugten die rund 20 Sängerinnen und Sänger, sondern auch durch ihr vortreffliches Schauspiel. Dann folgten weitere Höhepunkte Schlag auf Schlag: Annika Krüger glänzte mit „Die Juliska aus Budapest“ und „Ich hab getanzt heut Nacht“ aus „My fair Lady“. Gefühlvoll und zu Herzen gehend sang Tenor Ralph Hahn „Dein ist mein ganzes Herz“. Begeistern konnten auch Conny Meister und Benedikt Bach, die in witziger und gleichzeitig äußerst professioneller Weise ein Duett aus „Orpheus in der Unterwelt“ zum Besten gaben. Gemeinsam mit dem Musical-Chor sang Marcel Lutz „Bringt mich pünktlich zum Altar“, später folgten „Ganz ohne Weiber“ aus der „Csárdásfürstin“ und „Im Salzkammergut“ aus dem Singspiel „Im weißen Rössl“. Besonders überzeugte Sopranistin Romina Jungk, die im kommenden Jahr die Rolle der „Brief-Christel“ spielen und singen wird. Für diesen Abend war sie zum ersten Mal in die Postuniform geschlüpft und begeisterte das Publikum mit ihrer Darbietung der Arie „Ich bin die Christel von der Post“. Der Chor fungierte um sie herum als wartendes Volk in hübschen Dirndln und bedrängte sie, endlich die Post auszugeben. Sein Debüt als Solist gab an diesem Abend „Allround-Talent“ Christopher Scheld, der seinen Platz am Flügel räumte, um mit Annika Krüger das Duett „Schenkt man sich Rosen in Tirol“ zu singen. Einen ebenso romantischen Auftritt hatten Conny Meister und Marcel Lutz mit „Mein Liebeslied muss ein Walzer sein“. Gäste der Musical-Familie waren Kirsten Schierbaum und Tatjana Glücks-Trommershäuser. Sie glänzten mit einer gelungenen Gesangs- und Steppeinlage mit dem „Glühwürmchen-Duett und der Puppe aus Hoffmann’s Erzählungen.

Den rauschenden Abschluss des brillanten Abends gaben alle Mitwirkenden mit dem Lied „Jay Mamam“ aus der „Csardásfürstin“. Das Publikum klatschte und sang ausgiebig mit und die Nachricht von Michaele Scherenberg, dass Jogi Löw‘s Jungs ihr Spiel gewonnen haben, war zweitrangig, weil Leonore Kleff’s Team einfach erstklassisch war.