Foto © Musikschule Nidderau

(Nidderau/pm) - Sie trotzten „Rock den Acker“, dem Windecker Pfingstmarkt oder dem Fußball-Pokalspiel, um sich zum Pfingstwochenende am „Jungen Sinfonieorchester des Main-Kinzig-Kreises“ dem Projektorchester der Musikschulen Nidderau, Main-Kinzig und Hanau zu erfreuen. Mehr als dreihundert Gäste, unter ihnen der Schirmherr, Landrat Thorsten Stolz und zahlreiche politische Vertreter konnte Michael Winterling als Verwaltungsleiter der organisierenden Musikschule Schöneck-Nidderau-Niederdorfelden an beiden Tagen in der Kultur- und Sporthalle Heldenbergen begrüßen. Bereits zum dritten Mal nach 2016 und 2017 brachte das „Junge Sinfonieorchester“ unter der künstlerischen Leitung des Nidderauer Musikschulleiters Christoph Möller sein in der viermonatigen Projektphase erarbeitetes Programm zu Gehör.

Bevor es jedoch soweit war, stellte das Mittelstufenorchester „La Sinfonietta“ unter Leitung von Inga Stutzke mit „Jabba Flow“, „Captain O’Kane“ und einer Renaissance-Suite von Tielman Susato unter Beweis, dass hier durchaus fähiger Nachwuchs für das „große“ Sinfonieorchester, in dem bereits einige mitspielen, heranreift. Belohnt mit kräftigem Applaus durften die neunzehn Mitglieder von „La Sinfonietta“ stolz auf ihre Leistung sein.

Die sechzig Musikerinnen und Musiker des „Jungen Sinfonieorchesters“ hatten sich in diesem Jahr am Thema „Sagenwelten“ orientiert und eröffneten das Konzert mit den wuchtigen Blechbläserklängen der Ouvertüre zu Albert Lortzings Oper „Undine“. Es folgte Maurice Ravels „Pavane pour une infante défunte“. Dirigent Christoph Möller malte geradezu das den Komponisten zu diesem Werk inspirierende Gemälde einer kleinen tanzenden Prinzessin nach. Mit der sich anschließenden „Irish Rhapsody No. 2 in f-moll, op. 32 „The Lament for the Son of Ossian“ von Charles Villiers Stanford folgte die deutsche Erstaufführung dieses 1903 komponierten und nur zweimal aufgeführten Werkes. Bereits in den vergangenen beiden Jahren hatte Christoph Möller Werke von Stanford in mühevoller Arbeit aus den Autographen übertragen und für das Orchester herausgegeben. Die düstere Stimmung dieser Rhapsody spülte die den zweiten Teil des Konzertes eröffnende Ouvertüre „Zum Mährchen von der schönen Melusine“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy förmlich weg. Danach folgte der Konzertwalzer „Valse triste“ von Jean Sibelius, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts äußerst beliebt war. Als fröhlichen Ausklang des Konzertes interpretierten Christoph Möller und sein Orchester die dreisätzige „English Folk Song Suite“ (Bearbeitung Gordon Jacob), die Ralph Vaughan Williams 1923 nach englischen Volksliedern für Militärorchester komponiert hatte. „Standing Ovations“ machten eine Wiederholung des Marsches „Seventeen Come Sunday“ nötig, bei dem Christoph Möller und sein Orchester noch einmal alles gaben.

Das „Junge Sinfonieorchester des Main-Kinzig-Kreises“, dessen pädagogisches Anliegen es ist, jungen Musikern das Musizieren in einem Sinfonieorchester zu ermöglichen, richtet sich an Musikerinnen und Musiker aller Schulen und Musikschulen sowie musikbegeisterte Laien und ist am Samstag, 26. Mai, 19.00 Uhr zur Eröffnung der „Meerholzer Kulturtage“ im Schlosshof Meerholz Open Air noch einmal zu erleben. www.jungessinfonieorchester.de