Bruchköbeler Kurier, das wollen Sie wissen.

Anders, aber lustig - die Windecker Pfarrfastnacht

(Nidderau/pm) - Ausgelassene Stimmung in der Willi-Salzmann-Halle Nidderau. Die Windecker Pfarrfastnacht war auch in diesem Jahr wieder gespickt mit niveauvollen Seitenhieben auf Politik, Lokales und Kirche. Unter dem Motto "Anders, aber lustig" lud die Katholische Kirchengemeinde Windecken zu ihrer Fastnachtsveranstaltung ein, wie immer überwiegend von Mitwirkenden aus eigenen Reihen gestaltet und garantiert ökumenisch. Gastgeber Pfarrer Ifeanyi Emejulu überraschte bei der Eröffnung mit afrikanischen Rhythmen, bevor die Moderatoren übernahmen.

Die aus den Vorjahren bekannten Figuren, Hausmeister Alfred (Dietmar Scholz) und die geschwätzige Kirchennachbarin Gisela (Steffen Presse) mussten zunächst im Publikum nach Unterstützung suchen. Diese fanden sie in Sigismund aus Ostheim, der sich trotz seines Sprachfehlers als "sehr musikalisch" und "Frauentyp" bezeichnete. Markus Bernard glänzte in der Rolle des Sigismund und gab immer wieder schräge Gesangseinlagen zum Besten. Die "Moonlights" von den befreundeten Schlüsselrapplern eröffneten mit ihrem Gardetanz den bunten Reigen der Showacts. Papst Franziskus überbrachte seine Grüße durch den Kardinal aus Rom (Thomas Hohmann), der eigens mit dem "Lieschen aus Stockheim" angereist war. Die Frauengruppe überraschte mit ihrem mitreißenden musikalischen Auftritt, bevor Christoph Teschner mit einem anspruchsvollen Lied des Berliner Satirikers Otto Reutter darauf verwies, dass "in 50 Jahren alles vorbei" sei. So mancher Anwesende konnte das Leid einer "Zugereisten" (Rita Weiß) nachfühlen, die als Bayerin mit dem ungewohnten hessischen Dialekt konfrontiert wurde.

Die Leiterrunde der Pfadfinder vom DPSG Stamm Wartbaum luden als Phobien-Selbsthilfegruppe in die Wartbaumklinik. Dieser amüsante Sketch wurde mit lange anhaltendem Applaus belohnt, bevor die "Jellies" des FC Sportfreunde Ostheim mit ihrem eleganten Showtanz den Abschied von der Fastnachtsbühne feierten. Zwischen den einzelnen Programmpunkten lösten die drei Moderatoren immer wieder Lachsalven aus und sorgen für Pointen am Fließband. Die Musiker der Gruppe "Backround" sorgten unterdessen immer wieder für gute Laune mit beliebten und gern gehörten Schunkelliedern. Schließlich wurde in die Nidderauer Justizvollzugsanstalt geschaltet, in der überaschenderweise auch zahlreiche prominente Insassen aus der Berliner Politik zu finden waren. Satire vom Feinsten, mit der die Freunde und Förderer der Pfadfinder vom Stamm Wartbaum überzeugten. Mit pointierten und hintergründigen Texten zur Politik in Berlin, Bayern und der USA gab der Ave-Eva-Chor eine Kostprobe seines Könnens, eingerahmt in bekannte Melodien.

Gruslig wurde es, als die "Konfettis" mit ihrem Showtanz ins Reich der Vampire einluden. Bernd Marohn gab in seiner Paraderolle als "Penner von Nidderau" den anwesenden Gästen wertvolle Informationen über die Existenz von Bielefeld. Zu guter Letzt überzeugte das Männerballett der katholischen Kirchengemeinde, traditionell Höhepunkt und die Abschlussnummer der Windecker Pfarrfastnacht, das begeisterte Publikum mit ihrer Darbietung und durfte nicht ohne Zugabe die Bühne verlassen. Das Moderatorentrio mit Bernard, Presse und Scholz, dass nun drei Jahre kurzweilig, pointiert und in unterschiedlichen Rollen in einer Rahmenhandlung durchs Programm geführt hatte, verabschiedete sich mit dieser Veranstaltung von der Bühne der Pfarrfastnacht. Man darf gespannt sein, wer die Pfarrfastnacht im nächsten Jahr moderieren wird. Beim großen Finale kamen noch einmal alle Mitwirkenden auf die Bühne und Pfarrer Ifeanyi Emejulu bedankte sich bei allen Mitwirkenden vor, auf und hinter der Bühne für einen großartigen Abend.