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In Hanau-Mittelbuchen wurden Archäologen bei Voruntersuchungen fündig

(Mittelbuchen/pm) - Die auf Wohnimmobilien spezialisierte BIEN-RIES AG baut auf einem rund 33.300 Quadratmeter großen Grundstück in Hanau-Mittelbuchen das Wohnkonzept „Landgut“ mit 122 Wohneinheiten in Form von Eigentumswohnungen und Häusern. Im Vorfeld der geplanten Baumaßnahmen wurden bei Voruntersuchungen die Archäologen fündig. Nach geophysikalischen Messungen und bekannten Oberflächenfunden wurde eine archäologische Fundstelle im Baufeld bereits als sehr wahrscheinlich angesehen. Diese Vermutung bestätigte sich bei den Grabungen.

Es wurden Gräber der späten Jungsteinzeit des 3. Jahrtausends vor Christus entdeckt. Zu dieser Zeit siedelten in Hessen die Kulturen der sogenannten Glockenbecherleute und Schnurkeramiker. Beide Kulturen wurden nach ihren auffälligen Keramikformen benannt, da nicht bekannt ist, wie jene Menschen sich damals selbst benannten.

Zu den spektakulärsten Funden gehörte ein Grab mit sechs Personen: Eine junge Frau und ein junger Mann, die eng umschlungen und scheinbar küssend bestattet wurden, eine Frau mit je einem Kleinkind auf der Brust und dem Rücken, sowie zwei weitere Personen. Alle diese Menschen wurden offensichtlich zeitgleich in einer gemeinsamen Grabgrube bestattet. Derzeit wird geprüft, ob genügend genetisches Material für eine DNA-Überprüfung geborgen werden kann, um festzustellen, ob alle Personen miteinander verwandt waren. Die Grabungen werden von der Firma SPAU in Münzenberg unter der Leitung von Sascha Piffko durchgeführt. Die Firma ist auf die archäologische Betreuung bei Bauprojekten spezialisiert. Bei der Bergung der Gräber waren neben den Archäologen auch die Anthropologin Chiara Girotto und die Restauratorin Karina Länger, beteiligt. Die Grabungsleitung liegt bei Thomas Hartmann. Alle drei sind bei SPAU angestellt.

Die Untersuchungen werden auch im kommenden Jahr weiter fortgesetzt. Durch die gute Abstimmung zwischen Denkmalschutzbehörden, dem Grabungsteam und der BIEN-RIES AG sind Verzögerungen des Bauablaufs durch die archäologischen Funde nicht zu erwarten, so dass voraussichtlich im November 2019 die ersten Eigentümer ihr neues Zuhause in Mittelbuchen beziehen werden können.

„Für uns hat sich erneut bewährt, dass wir von Anfang an mit allen Beteiligten und Behörden eng zusammengearbeitet haben“, so Wolfgang Ries, Vorstand der BIEN-RIES AG. „Unsere hessische Kulturlandschaft ist geprägt von vorchristlichen Siedlungen, wie den Keltenfürsten in Glauberg. Die Bewahrung und Sicherung dieser einmaligen Schätze liegt mir sehr am Herzen.“

Ries weiter: „Für uns als Wohnungsbauer ist es von großer Bedeutung, dass die Entwicklung von dem in unserer Region dringend benötigtem Wohnraum und der Schutz von Natur und Kultur gleichberechtigt nebeneinander bestehen.“

Sabine Küppers von der Unteren Denkmalschutzbehörde der Stadt Hanau sagt, dass die „außergewöhnlichen Funde eingehend untersucht werden müssen“. Dazu stehe die städtische Behörde in engem Kontakt mit hessenARCHÄOLOGIE (Landesamt für Denkmalpflege). Die Stadt Hanau könne sich gut vorstellen, die Funde künftig zu präsentieren. Entscheidungen würden gemeinsam mit hessenARCHÄOLOGIE getroffen.

Martin Bieberle, Leiter des Fachbereichs für Stadtentwicklung und Bürgerservice der Stadt Hanau, ergänzt: „Mit der in Hanau ansässigen BIEN-RIES AG haben wir während des ganzen Prozesses ein Unternehmen, dass sich seiner Verantwortung für die Region absolut bewusst ist und sorgsam mit den Ressourcen umgeht. Die Entwicklung neuen Wohnraums und die Bewahrung historischer Funde geht hier Hand in Hand. Die aktuelle Ausgrabung ist ein weiterer Beleg dafür, in welch reicher Kulturregion wir leben.“

Im Detail besteht das Wohnkonzept „Landgut“ aus 33 hochwertig ausgestatteten Eigentumswohnungen und 89 Häusern. Die Größen der 2- bis 4-Zimmerwohunungen liegen zwischen 54 und 159 Quadratmetern. Die 81 Reihen- und Doppelhäuser und die acht freistehenden Einfamilienhäuser bieten Wohnflächen von 107 bis zu 230 Quadratmetern. Die Erdgeschosswohnungen und Häuser erhalten einen eigenen Gartenbereich. Die Außenanlagen schaffen mit großen Grünflächen die Verbindung zur Natur der umliegenden freien Landschaft. Das Zentrum des neuen Wohngebiets wird der Quartiersplatz sein, der zum Spielen, Sporttreiben und Entspannen einlädt.