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Foto © Ebbecke White Wings

(Hanau/Basketball/pm) - Im Vorfeld war bereits klar: Die EBBECKE WHITE WINGS Hanau brauchen noch mindestens zwei Siege, um eine Chance auf den Klassenerhalt zu haben. Umso wichtiger war daher das Heimspiel gegen die VfL Kirchheim Knights, die sich eher im Tabellenmittelfeld befinden. Allerdings standen die Vorzeichen schlecht: Mit Jeramie Woods, Bryan Smithson und Kalidou Diouf musste Headcoach Simon Cote auf drei wichtige Stammkräfte verzichten. Aufgrund vieler Fehler und Ballverluste reichte es am Ende dann nicht für die zwei wichtigen Punkte. Die White Wings unterlagen mit 58:67.

Dabei wiederholte sich dasselbe Muster, das sich schon in den vergangenen Wochen abgezeichnet hatte. Die EBBECKE WHITE WINGS Hanau starten stark ins Spiel, geben dann aber relativ schnell das Zepter wieder aus der Hand. So auch gegen Kirchheim: Im ersten Viertel gaben vor allem die Hausherren den Ton an und erarbeiteten sich erste Punkte. Jordon Talley und Alexander Angerer holten in der Anfangsphase acht Punkte, Jarekious Bradley ließ den Vorsprung dann sogar auf 10:4 anwachsen. Auch in der Verteidigung funktionierte es zunächst gut: "Wir haben gezeigt, dass wir ein defensiv-betontes Spiel machen wollen. Das Ziel war es, Goodwin und Graf auszuschalten. Ich finde, es ist uns gelungen, ihnen das Leben schwerer zu machen", sagt Cote.

Und auch das zweite Viertel startete vielversprechend mit einigen starken Dreiern in Folge durch Talley und Luquon Choice. So erarbeiteten sich die Hanauer einen soliden Vorsprung von 27:14. Dann allerdings brach die Leistung ein. Nach einem starken Dreier durch Rohndell Goodwinn sollten erst einmal die Knights offensiv erfolgreich sein. Vor allem der spätere Topscorer Phillip Daubner ließ mit wichtigen Dreiern den Rückstand dahinschmelzen. Mit 36:31 ging es dann in die Halbzeitpause.

Aus dieser kamen die VfL Kirchheim Knights zweifellos besser zurück. Angestachelt von den Leistungen des zweiten Viertels schafften sie es, in der dritten Spielminute den Ausgleich zu erzielen. Bei den White Wings hingegen häuften sich die Fehler. "Wir haben unsere Führung abgegeben, zu viele Offensivrebounds abgegeben, zu viele Freiwürfe verworfen und uns zu viele Ballverluste geleistet", analysiert Cote. So kamen die Knights immer wieder an zweite, mitunter sogar dritte Chancen, den Ball im Korb unterzubringen. Denn eine überragende Statistik wiesen sie nicht auf: Am Ende hatte die Mannschaft von Trainer Mauricio Parra gerade einmal eine Wurfquote von 37 Prozent. "Wenn man dem Gegner derart wenige Treffer zulässt, hat man in der Regel eine sehr gute Chance zu gewinnen. Allerdings haben wir Kirchheim 15 Extraversuche gegeben, die sie genutzt haben." Mit 44:48 ging es dann ins letzte Viertel.

Der Rückstand war somit überwindbar - allerdings konnten die White Wings keine Ausrufezeichen mehr setzen. "Im vierten Viertel haben wir nicht die Kämpfer-Mentalität gezeigt, die wir brauchen. Das liegt zum einen an dem Frust, der sich bei so einer Saison aufstaut. Zum anderen waren viele unserer Jungs noch erschöpft von der Woche und auch nicht zu 100 Prozent auskuriert." Insgesamt sieben Spieler waren unter der Woche erkrankt, gerade einmal zwei Trainingseinheiten waren möglich. "Aber das soll keine Entschuldigung sein. Wir hatten gute Spieler auf dem Feld und wenn wir hart spielen und als Team auftreten, können wir gewinnen", stellt Cote klar.

Doch der richtige Spirit hatte einfach gefehlt. Nach fast vier Minuten ohne Punkte traf Andreas Kronhardt zum 44:50, Cote holte seine Jungs folgerichtig mit einer Auszeit vom Feld. Doch die taktischen Anweisungen wollten einfach nicht fruchten. Daubner traf zwei weitere schmerzhafte Dreier, während die Hanauer auf der anderen Seite nicht mehr in ihren Rhythmus kamen. Als endlich Choice auch wieder von außen erfolgreich war, liefen die White Wings bereits einem Zehn-Punkte-Rückstand hinterher, der letztlich in den verbleibenden zweieinhalb Minuten nicht mehr zu kompensieren war. Am Ende gewannen die Knights mit 58:67.

"Unser Problem ist, dass wir vor allem dann gut spielen, wenn es für uns sportlich gut läuft. Wenn es allerdings nicht so läuft, wie wir uns das wünschen, dann tun wir uns äußerst schwer", sagt Cote über die Leistungen der letzten Wochen. "Man muss Kirchheim zugute halten, dass sie eine sehr gute Defense gespielt haben, aber wir müssen einen besseren Job machen, um uns gute Wurfpositionen herauszuspielen."

Während Cote bei Diouf und Smithson positiv gestimmt ist, dass sie in der kommenden Woche wieder fit sein werden, sieht es für Stammspieler Jeramie Woods derzeit nicht gut aus. "Es ist wahrscheinlich, dass wir ihn diese Saison nicht mehr sehen werden. Nächste Woche werden die Ärzte noch eine allerletzte Behandlungsmethode austesten. Sollte die jedoch erneut nicht ansprechen, dann bedeutet das für ihn das Saison-Aus."

Zwar haben sowohl Paderborn als auch Schalke ihre Spiele ebenfalls verloren - dennoch stehen die EBBECKE WHITE WINGS Hanau nun mit dem Rücken zur Wand. Es sind noch drei Spiele zu absolvieren - zwei gegen Gegner aus der Tabellenspitze, eines gegen den direkten Konkurrenten Schalke. "Wir müssen uns neu fokussieren und wir müssen es schaffen, die Niederlagen abzuschütteln. Wir haben aus meiner Sicht noch eine Chance. Gegen Schalke müssen wir gewinnen, gegen Hamburg und Chemnitz haben wir diese Saison schon gezeigt, dass wir mithalten können."

Highlights aus der Partie sowie die Pressekonferenz können im Livestream-Channel der EBBECKE WHITE WINGS Hanau unter https://airtango.live angesehen werden.

Für die EBBECKE WHITE WINGS Hanau spielten:

Jordon Talley (18 Punkte/2 Rebounds/4 Assists)
Josef Eichler (0/4/0)
Till-Joscha Jönke (2/3/3)
Griffin Bauer (0/0/0)
Dorian Pinson (1/9/3)
Luquon Choice (18/6/2)
Alexander Angerer (15/5/1)
Jarekious Bradley (4/4/0)
Benedikt Nicolay (0/0/0)