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Neues zum Alten Rathaus

(Bruchköbel/jgd) – Neben der aktuellen Lage zum Vorgang „Neues Stadthaus“/„Neue Mitte“ hatte der jüngst von Bürgermeister Maibach vorgestellte neue Magistratsbericht noch eine ganze Anzahl weiterer Bau- und Renoviermaßnahmen im Stadtgebiet zum Thema. Ein Fokus liegt dabei auf der „Wiederbelebung“ des seit über 10 Jahren stillgelegten Alten Rathauses am Freien Platz.

Über den Stand bei der „Neuen Mitte“, wo sich inzwischen fünf interessierte Projektfirmen bzw. Investoren gemeldet haben, berichtete der BK in der letzten Ausgabe. Im Oktober soll der Abriss des seitherigen Rathauses auf dem Rewe-Gelände erfolgen, und dann ist die letzte Haltelinie wohl endgültig überschritten.

Altes Rathaus – Neue Nutzung?
Neben dem seitherigen Rathaus gibt es aber auch noch das ganz alte Rathaus am freien Platz. Es bildet zusammen mit der dahinter befindlichen Jakobuskirche das Wahrzeichen der Stadt. Seine Geschichte reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück. Das historische Gebäude wird seit rund 10 Jahren -optimistisch formuliert- nur teilweise genutzt. Die meiste Zeit steht man als Bruchköbeler hier vor verschlossener Türe. Welche Planungen gibt es also für das Gebäude?

Der Magistrat betonte dazu aktuell noch einmal, dass für die Wiederbelebung des schmucken, interessanten Gemäuers verschiedene Renovierungs- und Modernisierungsarbeiten notwendig sind. Weil man diese Maßnahmen im Detail aber erst festlegen könne, wenn klar ist, wie die spätere Nutzung aussieht, habe das Stadtmarketing in den letzten Monaten Vereine und Interessengruppen eingeladen. Es fanden Begehungen des Gebäudes statt. Dabei habe sich herausgestellt, dass das Bauwerk einschließlich der beiden links angesiedelten Pavillons und der dahinter befindlichen Freifläche, dem ehemaligen Biergarten, für kleinere kulturelle Veranstaltungen der Vereine und auch der Stadt recht gut geeignet wäre. Das Stadtmarketing hat nunmehr den Auftrag, die Nutzung präziser zu formulieren.

Knackpunkt Barrierefreiheit
Eine Nutzung für Vereine und Kultur sei bautechnisch relativ günstig zu machen und daher auch einfacher zu genehmigen, heisst es. Es gebe dann weniger scharfe Auflagen in Bezug auf den Brandschutz wie auch bei den technischen Installationen. Das bedeutet aber auch: Eine kontinuierliche Nutzung des Gebäudes für eine Gastronomie, so wie früher über Jahrzehnte hinweg, dürfte dann wohl auf Dauer ausgeschlossen bleiben. Versuche in diese Richtung gab es immerhin: Zuletzt wollte Maibachs Verwaltung im Rahmen des Kommunalen Investitionsprogramms, aus dem Gelder für lokale Projekte zu bekommen sind, eine Aufzugsanlage an das Gebäude anbauen lassen. Die für den professionellen Betrieb unbedingt nötige Barrierefreiheit hätte damit hergestellt werden können – allerdings habe die Denkmalschutzbehörde gegen das Projekt Bedenken angemeldet, und so fiel das Vorhaben wieder flach. Man nahm das hin, und auch aus den politischen Parteien regte sich dazu bemerkenswert wenig Nachfrage und Einspruch, geschweige denn Ideen.

Zehn Jahre „Dornröschenschlaf“ des Schmuckstückes im Herzen Bruchköbels haben offensichtlich zu einer gewissen Resignation geführt. Insoweit wäre die jetzt angedachte „kleine Lösung“, aus dem Alten Rathaus eine Art städtisches Mehrzweckhaus zu machen, wenigstens ein Schritt nach vorn, zu einer Teil-Wiederbelebung des Etablissements. Über die Kosten dafür kann man nur spekulieren: Vor einiger Zeit stand die Zahl 700.000 Euro im Raum, früher schon waren 300.000 Euro gehandelt worden.