Bruchköbeler Kurier, das wollen Sie wissen.

Bild von einem der mondän angelegten Eingangsportale der alten Militärgebäude, aufgenommen im Jahr 2014.  Foto ©

(Fliegerhorst/jgd) – In die weitere Entwicklung des zentralen „Dreiecks“ auf dem Gelände des Gewerbeparks Fliegerhorst scheint Bewegung zu kommen. Offenbar will der jetzige Besitzer das Grundstück nun eigenständig weiterverkaufen. Das Areal von rund 165.000 qm Größe galt in der Politik seit einiger Zeit als Sorgenkind. Das dreieckig geschnittene Gelände, mit seinen charakteristischen Militärgebäuden darauf, war zwar schon bald nach Beginn der Vermarktung des „Fliegerhorst“ an den Investor „Retro Klassik“ veräußert worden. Aber während sich die Vermarktung der umgebenden Geländeabschnitte in den letzten drei Jahren dann sehr positiv entwickelte, tat sich auf dem längst verkauften Zentralgelände wenig Sichtbares.

Zwischendurch hatten einige originelle Ideen die Runde gemacht darüber, was der Investor mit dem Gelände vorhabe. So sollte dort zunächst ein Oldtimer-Autozentrum entstehen - eine Art Ausstellungspark für Automobil-Enthusiasten aus ganz Deutschland und vielleicht sogar darüber hinaus. Später war dann von einer Western-Reitarena die Rede, dann wieder von einem Pferdesportzentrum. So richtig detailliert wurden diese angeblichen Vorhaben allerdings nie beschrieben, und reale Baumaßnahmen wollten dann auch nicht losgehen. Es kamen kritische Fragen auf, wie es denn nun weitergehe.

Im letzten August hatte der „Bruchköbeler Kurier“ das Gelände in Augenschein genommen und damals zur möglichen Entwicklung des „Dreiecks“ geschrieben: „Wer ein gangbares Szenario sucht, sollte sich die jüngsten Vorgänge auf dem Fliegerhorst einmal bewusst ansehen. So wird jetzt die dem ‘Dreieck‘ benachbarte ‘Alte Wache‘ verkauft. Hier soll ein Restaurant entstehen. Ebenso wurden zwei weitere an das ‘Dreieck‘ anschließende Gebäude aus dem Altbestand verkauft: Ein Investor wird hier ein Hotel einrichten... Auch die Stadt Bruchköbel ist inzwischen selbst zum ‘Bauherren‘ auf dem Fliegerhorst geworden. Sie baut derzeit ein Gebäude zum temporären Rathaus um… Es ist gut möglich, dass der Reitanlagen-Investor bald ebenfalls in diese Richtung denken könnte: Nämlich, das gesamte ‘Dreieck‘ in einzelnen Tranchen weiter zu veräußern - an Projektträger, die zwar in kleineren geschäftlichen Dimensionen, aber dafür mit realistischen Absichten unterwegs sind.“

Den Weg kleinteiliger Verkäufe scheint der Investor nun in der Tat ins Auge zu fassen. Das Gelände wird inzwischen im Internet zum Kauf angeboten. Man kann das Gelände in einem Stück, aber eben auch Geländeabschnitte ab 5.000m2 erstehen. Das Grundstück sei vollständig erschlossen. Die noch vorhandene, zum Teil denkmalgeschützte historischen Bausubstanz kann zwar weiterhin ein Handicap darstellen. Aber zu den bestehende Gebäuden betont der Anbieter, dass sich diese für die Nutzung als Büro- oder Verwaltungsgebäude, als Hotel und für Gastronomie eignen würden. Planungen, Bauanträge und Statik dafür lägen vor – übrigens ein Hinweis darauf, dass man in der jüngeren Vergangenheit tatsächlich mit konkreten Planungsarbeiten, sei es für eine Autostadt oder das Reitzentrum, zugange gewesen sein muss.