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Konzession wird fortgeführt

(Bruchköbel/Gelnhausen/pm) - In den letzten Wochen wurde es in der Presse verstärkt aufgegriffen, im Detail betrachtet und analysiert: Zum Jahresende 2017 läuft der Konzessionsvertrag der Kreiswerke Main-Kinzig zur Wasserversorgung in Bruchköbel aus. Mit der Neuverhandlung des Vertrages rückte insbesondere die Wasserhärtesituation in den Fokus der öffentlichen Diskussion. Am 12. Dezember entschied die Stadtverordnetenversammlung, der Empfehlung des Haupt- und Finanzausschusses zu folgen und die Konzessionsrechte für weitere 20 Jahre an die Kreiswerke zu vergeben. Danach darf das Unternehmen erneut die öffentlichen Wege und Grundstücke der Kommune nutzen, um die Einwohner Bruchköbels auch in Zukunft mit Trinkwasser zu beliefern.

Die Kreiswerke Main-Kinzig betonen in einer eigens versendeten Pressemitteilung, dass sie bereits seit vielen Jahrzehnten die Bürgerinnen und Bürger von Bruchköbel versorgen: „Die Wasserversorgung einer wachsenden Stadt inklusive ihrer vier Ortsteile in diesem Ausmaß herzustellen und nachhaltig zu sichern, erfordert bei den individuellen Rahmenbedingungen in Bruchköbel logistische Anstrengungen und ein großes Know-how in der Wasserbranche“, so der Bereichsleiter Netz der Kreiswerke, Jochen Heyermann.

Bereits 1928 hätten die Kreiswerke mit der Inbetriebnahme des Wasserwerks Roßdorf das Zeitalter der zentralen Trinkwasserversorgung im Altkreis Hanau gestartet. Seitdem verfünffachte sich die Einwohnerzahl Bruchköbels auf heute rund 20.600 Einwohner mit einem Wasserbedarf von inzwischen mehr als 900.000 Kubikmetern. Von diesem Gesamtbedarf können allerdings nur rund 40 Prozent, nämlich 370.000 Kubikmeter Trinkwasser, aus den Brunnen Roßdorf und Butterstadt eigengewonnen werden. Die restlichen 60 Prozent kommen über Zubringerleitungen aus dem benachbarten Versorgungsgebiet Nidderau und dem Wasserwerk Marköbel.

Während in den Jahren des starken Wachstums das dominierende Thema zwischen Bruchköbel und den Kreiswerken also die Frage gewesen sei, wie die Wasserversorgung quantitativ geleistet werden kann, habe sich die Diskussion heute auf Fragen zur Beschaffenheit des Wassers verlagert. Hierzu zähle insbesondere die Wasserhärte, die in Bruchköbel aufgrund der individuellen Belieferungsstruktur im harten Bereich liege.

Ergänzend zu einer Zielvereinbarung zur Reduzierung der Trinkwasserhärte haben die Kreiswerke Main-Kinzig im Rahmen der Vertragsverhandlungen für Bruchköbel technische Lösungsmöglichkeiten analysiert und bewertet. Während das Beimischen weicheren Wassers aus Gründen der Verfügbarkeit mittelfristig keine Option darstellt, besteht die grundsätzliche Möglichkeit einer zentralen, verfahrenstechnischen Aufbereitung. „Die Entscheidung hierfür liegt im ersten Schritt bei den politischen Gremien“, so Bürgermeister Günter Maibach. Die Kreiswerke stünden dann für eine entsprechende Umsetzung bereit, so der Geschäftsführer der Kreiswerke.

Das Know-how der Kreiswerke und die vertrauensvolle Zusammenarbeit, verbunden mit der Zusage, bei der Reduktion der Wasserhärte weiter engagiert zu unterstützen, und nicht zuletzt die Neuregelung zur Zahlung der vollen Konzessionsabgabe an die Kommunen waren laut Bürgermeister Günter Maibach die ausschlaggebenden Punkte, den historisch gewachsenen Wasserversorgungsvertrag mit den Kreiswerken zu erneuern.

Am 18. Dezember trafen sich Bürgermeister Günter Maibach und Erste Stadträtin Ingrid Cammerzell mit dem Geschäftsführer der Kreiswerke, Bernd Schneider, und dem Bereichsleiter Netz, Jochen Heyermann, um den neuen Vertrag miteinander zu besiegeln.

Geschäftsführer Bernd Schneider: „Die Verhandlungen zu diesem Konzessionsvertrag haben noch einmal die Herausforderungen für die Wasserversorger im Kollektiv vor Augen geführt.“ Die wasserwirtschaftliche Situation im Verbund der gesamten Rhein-Main-Region sei angespannt. Die Deckung des steigenden Wasserbedarfs der Großstädte (Ballungsraum Rhein-Main), aber auch der wachsenden Kommunen im Umland, stelle die Wasserversorgung vor Herausforderungen, so dass in Zukunft auch wieder verstärkt quantitative Aspekte eine Rolle spielen könnten. Bernd Schneider schließt ab: „Der Abschluss des Konzessionsvertrages mit Bruchköbel bringt Sicherheit: Ein hohes Maß an Versorgungssicherheit für die Bürgerinnen und Bürger in Bruchköbel und eine Arbeitsplatzsicherheit für unsere Beschäftigten. Unsere Mitarbeiter und deren Familien haben sich über diese positive Nachricht so kurz vor dem Weihnachtsfest besonders gefreut.“

Bild: Bei der Vertragsunterzeichnung (v.l.n.r.) Jochen Heyermann und Geschäftsführer Bernd Schneider (Kreiswerke Main-Kinzig GmbH), Bruchköbels Bürgermeister Günter Maibach und Erste Stadträtin Ingrid Cammerzell.