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Silhouetten-Rennwagen

(Bruchköbel/jgd) -  Nick Wüstenhagen erfuhr sich auf Anhieb einen zweiten Platz  - Auf dem Cart startete die Karriere: Der Bruchköbeler Rennfahrer Nick Wüstenhagen (20) hat sich zusammen mit seiner Linsengerichter Fahrkollegin Lena Heun (25) mit einem zweiten Platz im Rahmen der "Mitjet German Series" des Deutschen Sportfahrer-Kreises (DSK) für Weiteres, und womöglich für Höheres empfohlen - und kommt damit seinem Traum, sich in der Deutschen Tourenwagen Meisterschaft zu etablieren, ein Stück näher.

Unter dem Dach des DSK ist die junge Bruchköbeler Fahrerhoffnung damit auf einem soliden Weg. Mit über 13.000 Mitgliedern ist dies die europaweit größte Vereinigung von aktiven Fahrern und Motorsport-Fans. Die nun fast 60-jährige Tradition des Vereins wurde im Jahr 1958 durch den legendären Formel-1-Rennfahrer und Vizeweltmeister Wolfgang Graf Berghe von Trips begründet. Die Mitjet German Series-Meisterschaft wird mit identischen Silhouetten-Rennwagen in Leichtbauweise ausgetragen. Bei dem Wettbewerb stehen die Fahrer und deren Förderung im Vordergrund, wie man beim DSK betont: Nicht das Budget, sondern die sportliche Leistung der Fahrer sollen über Sieg und Niederlage entscheiden. Insofern ist der sportliche Erfolg Nick Wüstenhagens und seiner Teamkollegin Lena Heun hoch zu bewerten. „Das Konzept der Mitjet-Serie passt sehr gut zur Breitensport-Philosophie des DSK und mit Lena und Nick haben wir zwei schnelle Nachwuchstalente gefunden“, betont etwa Reinhard Michel, Schatzmeister des DSK und ein Antreiber des Projekts. Der Rennkalender der Serie, die in dieser Art ursprünglich in Frankreich aus der Taufe gehoben wurde, umfasst in diesem Jahr fünf Veranstaltungen. Die Renndauer beträgt zwischen 80 Minuten und 6 Stunden. Mit ihrem Tourenwagen-ähnlichen Flitzer betrat Nick Wüstenhagens Team demnach aufregendes Neuland – an Erfahrung im Motorsport mangelt es beiden trotz ihrer noch jungen Lebensjahre aber nicht. Nick Wüstenhagen hatte mit dem Kartsport begonnen. In den Jahren 2013, 2014 und 2015 wurde er Meister in diversen Klassen - wachsende Ermunterung für ihn selbst, und zugleich Empfehlung an sein Umfeld, dass hier ein Rennfahr-Talent heranreift. Zusammen mit seinem Vater war Nick Wüstenhagen schon seit einiger Zeit auf der Suche nach einer passenden Rennserie. Mit dem Einstieg in die Mitjet German Series scheint ein wichtiger Meilenstein genommen. Auch die Linsengerichter Teamkollegin Heun hatte bereits mit fünf Jahren im Kartsport angefangen. Auch sie hat inzwischen einige Meistertitel gewonnen, ist seither in verschiedenen Formel-Serien an den Start gegangen. Lena Heun und Nick Wüstenhagen hatten sich bei einem Sichtungslehrgang am Bilster Berg für das Projekt empfohlen, eine unter Rennfahrern geschätzte, professionelle Test- und Präsentationsstrecke bei Bad Driburg in Ostwestfalen. Hier fahren zu dürfen, ist per se Empfehlung. Priorität war dann am ersten Rennwochenende in Oschersleben, sich zunächst an das Team und das Auto zu gewöhnen und ohne Beschädigungen ins Ziel zu kommen. Dass es dann bei fünf Fahrerwechseln in vier Stunden Fahrzeit ein bemerkenswerter zweiter Platz werden würde, war das Sahnehäubchen und ist nun Ansporn zugleich. Ende März hatte man das erste Rennen der Serie noch verpasst. Die nächsten Rennen finden nun am 11. Juni in Frankreich, im Juli in Hockenheim und im Oktober in Monza statt. Die technischen Daten der Mitjet-Rennfahrzeuge lassen aufhorchen: Es handelt sich um 720 Kilogramm leichte Wagen, mit 225 PS sequentiell angetrieben, mit starrer Hinterachse und relativ kompakten Abmessungen von1,80 Meter Breite und 4,10 Meter Länge. Die Wagen fahren bis zu 245 km/h schnell. Sie gelten als ein perfektes Umstiegfahrzeug, wenn es vom 40 PS starken Kart in die "richtigen" Rennwagen geht. Auf technische Hilfsmittel wird dabei bewusst verzichtet: Weder Antiblockiersystem noch Stabilitätskontrolle sind verbaut. Das Geschick des Fahrers/der Fahrerin ist also in allererster Linie gefragt. Für die Sicherheit ist ein Gitterrohrrahmen aus Stahl über dem Cockpit installiert.