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Foto © privat
Verständlich und anziehend zugleich über Sprachgrenzen hinweg: Ohne ein Wort, nur mit Mimik, Tanz und körperlichem Ausdruck bringen die jungen russischen Schauspieler aus Hanaus Partnerstadt Jaroslawl an der Karl-Rehbein-Schule das Thema „Anziehung“ auf die Bühne

Theatergruppe aus Jaroslawl begeistert Schüler der Karl-Rehbein-Schule

(Hanau/pm) -Unlängst feiert der Hanauer Verein „Freundschaft mit Jaroslawl“ sein 25-jähriges Jubiläum. Der Verein pflegt eine enge Freundschaft zwischen Hanau und dessen Partnerstadt Jaroslawl in Russland. In diesem Rahmen wurde nunmehr ein Theaterstück an der Karl-Rehbein-Schule Hanau (KRS) aufgeführt. Eine aus neun russischen Studenten zusammengesetzte Theatergruppe, die wieder einmal für die Theatertage in Hanau extra aus Jaroslawl angereist war, zeigte in einer Vorabpremiere an der KRS ihr beeindruckendes Stück „Anziehung“.

Im Publikum saßen Vertreter der KRS, des Partnerschaftsvereins Hanau-Jaroslawl sowie etwa 60 Schülerinnen und Schüler des Fachs „Darstellendes-Spiel“. Nach den Begrüßungsworten durch Schulleiter Jürgen Scheuermann zog die Gruppe alle Besucher schnell in ihren Bann.

Das Stück thematisiert „Anziehung“ in seinen unterschiedlichsten Ausprägungen, meist aber in dem diese in verschiedenen Situationen zwischen Mann und Frau dargestellt wird. Da die Episoden als Pantomime vorgetragen wurde, waren somit keine russischen Sprachkenntnisse gefragt. Insgesamt erlebte das Publikum eine von ästhetischen und ausdrucksstarken Bewegungen der Schauspieler geprägte Vorstellung - emotionsstark und auf den Punkt gebracht. Mit voller Konzentration und auch absoluter Körperbeherrschung zogen die Studenten die Schülerinnen und Schüler in ihren Bann. Die Spannung blieb durch kontrollierte Mimik, Gestik, gut durchdachte Proxemik und ansprechende Kostüme bis zum Schluss aufrechterhalten.

Nach der Aufführung stellten sich die russischen Studenten mithilfe eines Dolmetschers den Fragen des Publikums. Nach anfänglicher Zurückhaltung war das Eis schnell gebrochen und die Schüler stellten viele Fragen, etwa über die Berufswahl, den Alltag in Russland, oder die worin die Unterschiede zum deutschen Schulalltag zu finden sind. Interesse war auf beiden Seiten zu spüren, denn auch die russischen Studenten stellten Fragen. So war nicht nur die Vorstellung sondern auch die Begegnung ein voller Erfolg.

Aber auch zum Werk gab es viele Fragen. Besonders die Anfangsszene „Die Entstehung der Erde“ wurde heftig diskutiert. Unter der Entstehung der Erde stellten sie sich nämlich etwas anderes als eine Bauchtänzerin vor, die voller Begeisterung an einem seidenen Faden mit einer männlichen und einer weiblichen Holzpuppe die Fortpflanzung zwischen den Geschlechtern darstellt, was man durchaus auch als provokant empfinden konnte. Die deutschen Schüler wurden dann aufgeklärt, dass die Vorstellung von einer Frau als Mutter der Erde im östlichen Glauben weit verbreitet sei. Daran konnte beobachtet werden, wie interessant und inspirierend der Austausch zwischen den verschiedenen Kulturen sein kann.