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Noch ist es ein weiter Weg von der Baustelle bis zur Eröffnung im Jahr 2019: Museumspädagogin Katharina Völk, Kuratorin Nina Schneider, Museumsdirektorin Dr. Katharina Bechler (von links) und Hanaus Fachbereichsleiter Kultur, Martin Hoppe (rechts) erläutern Dr. Sascha Raabe das Konzept des Brüder-Grimm-Mitmach-Museums.

Dr. Sascha Raabe setzt sich für Bundesmittel für Schloss Philippsruhe ein

(Hanau/pm) - Von einem „Kulturdenkmal von europäischem Rang“ spricht Oberbürgermeister Claus Kaminsky. „Kaum ein anderes Schloss in Hessen kann mit Philippsruhe mithalten“, sagt Dr. Katharina Bechler, Direktorin der städtischen Museen. Das Land, Stiftungen und Mäzene unterstützen die Stadt, die als Inhaberin des Schlosses seit 2002 mehr als zehn Millionen Euro investiert hat, bei einem der aufwändigsten Denkmalprojekte in Hessen – nur der Bund nicht. Das möchte Dr. Sascha Raabe ändern und will sich vehement für eine Bundesförderung einsetzen.

„Die Stadt trägt die Kosten weitestgehend alleine, die Innenausstattung ist noch original, und mit dem Brüder-Grimm-Mitmach-Museum entsteht ein Besuchermagnet mit Alleinstellungsmerkmal, dessen stimmiges Konzept mir jetzt schon Lust auf einen Besuch macht. Die Forderung der Stadt nach Förderung durch den Bund ist ein absolut berechtigtes Anliegen“, bilanzierte der SPD-Bundestagsabgeordnete nach einem Besuch des Barockschlosses. Mit Briefen und persönlichen Gesprächen bei den Entscheidungsträgern in Berlin wolle er Werbung für die Sache machen, damit die Brüder-Grimm-Stadt in Schloss Philippsruhe „ein eigenes Märchen schreiben“ könne.

Martin Hoppe, Hanaus Fachbereichsleiter Kultur, Stadtidentität und Internationale Beziehungen, Museumsdirektorin Dr. Bechler, Nina Schneider, Kuratorin des Brüder-Grimm-Mitmach-Museums, und Museumspädagogin Katharina Völk engagieren sich, um das Schloss stärker in den „Fokus der Förderung“ zu rücken. Bei einem Rundgang zeigten sie dem SPD-Politiker den Stand der Restaurierungsmaßnahmen und stellten das Konzept des bundesweit einmaligen Grimm-Mitmach-Museums vor, das 2019 im dann vollständig sanierten Nordflügel eröffnen soll.

Philippsruhe spiele in einer Liga mit den hessischen Staatsschlössern in Darmstadt, Wiesbaden und Kassel. Das zusätzliche Plus sei die original erhaltene Innenausstattung bis hin zum Stuck, weil das Schloss im Zweiten Weltkrieg einer Bombardierung entging. Museumsdirektorin Bechler verwies darauf, dass der Bund vergleichbare Kulturdenkmäler wie Schloss Benrath in Düsseldorf dauerhaft fördere. „Was die Stadt mit Schloss Philippsruhe vorhat, ist ein tolles, faszinierendes Projekt, das weit über die Hanauer Region hinaus Besucherinnen und Besucher aus aller Welt anziehen wird. Eine verlässliche Förderung auch durch den Bund wäre nicht nur gut für die Stadt, sondern wäre aus meiner Sicht auch absolut gerechtfertigt“, sagte Raabe.