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Kreiswerke verabschieden Landrat Pipa in den Ruhestand

Kreiswerke verabschieden Landrat Pipa in den Ruhestand

(Main Kinzig Kreis/pm) - Die letzte Amtswoche von Landrat Pipa ist eingeläutet und es ist eine kurzweilige Woche, gespickt mit Terminen. In den vergangenen Wochen machte Pipa immer wieder deutlich, dass er seinen Abschied gerne mit den Bürgerinnen und Bürgern und nicht im großen offiziellen Rahmen feiern möchte. Um dem Landrat und langjährigen Aufsichtsratsvorsitzenden der Kreiswerke Main-Kinzig zum Abschied eine besondere Überraschung zu bescheren, griffen die Kreiswerke zu einer List und luden den Landrat unter einem Vorwand ein.  

Laut seinem Terminkalender hätte es eigentlich eine außerordentliche Gesellschafterversammlung der Tochtergesellschaft Versorgungsservice Main-Kinzig GmbH sein sollen. Als Landrat Pipa mit seiner eingeweihten, langjährigen Sekretärin Alexandra Turban den Veranstaltungsraum der Kreiswerke Main-Kinzig betrat und ihn die Belegschaft der Kreiswerke mit Applaus begrüßte, war Landrat Pipa bereits das erste Mal sichtlich gerührt. Geschäftsführer Bernd Schneider begrüßte ihn und löste das „geheime Spiel“ zunächst auf. In einer gemeinsamen Rede zielten Schneider, der Betriebsratsvorsitzende Bastian Weigand und die Assistentin der Geschäftsführung, Bettina Schneider, gemeinsam immer wieder auf das beherzte Engagement des Landrats für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. So erinnerte Weigand z. B an das Aktionsbündnis „Eine Region steht auf“ und an die verschiedenen Aktionen zur Rettung regionaler Arbeitsplätze.

„Danke, dass Sie all die Jahre nicht nur EINER VON HIER, sondern auch EINER VON UNS waren“, dankte er dem Landrat insbesondere auch dafür, dass er den Arbeitnehmern immer auf Augenhöhe begegnete und sich keine Betriebsversammlung entgehen ließ, um die Belegschaft mitzunehmen. Bernd Schneider stellte heraus, dass Landrat Pipa als ein sehr früher Verfechter der regenerativen Energieerzeugung bereits schon vor Fukushima wichtige Weichen für die Entwicklung der Kreiswerke Main-Kinzig stellte.

Auch mit dem Breitbandausbau habe er eine klare Vision verfolgt und damit eine Grundlage für nachhaltige Geschäftsmodelle bei den Kreiswerken geschaffen. „52 Dienstjahre, davon 30 Jahre in der Kreisspitze, 12 Jahre als Landrat und über 25 Jahre im Aufsichtsrat der Kreiswerke Main-Kinzig. Das ist eine Lebensbilanz, auf die Sie stolz sein können“, zog Schneider Resümee. “Und wenn Sie nun Abschied aus dem Leben des Berufspolitikers und dem Amt des Landrats nehmen, so werden Sie doch Vollblutpolitiker und Mitstreiter aus Leidenschaft bleiben, denn das zeichnet nicht den Landrat, sondern den Menschen Erich Pipa aus“, wendete sich Bernd Schneider an den scheidenden Landrat. Die Gemeinschaftsrede der Geschäftsführung und des Betriebsrats zeichnete in vielen Strecken nicht nur den Politiker, sondern besonders auch den Menschen Erich Pipa, ließ bei Erinnerungen wie Pipas Kreiswerke-Werbung im Fernsehen bei Maybrit Illner herzlich lachen und in Teilen auch nachdenklich innehalten.

Während der Rede zeigte sich ein zweites Mal ein gerührter Landrat, der dies in seiner anschließenden Ansprache an die Belegschaft auch ehrlich einräumte. In seiner letzten Versammlung mit der Kreiswerke-Belegschaft verriet er sehr persönliche Dinge, erzählte, was ihn als Kind geprägt hat und zu dem machte, was er heute geworden ist. Immer wieder fielen ihm Episoden seines Lebens ein, so dass der Eindruck entstand, als wolle er jede Minute dieser Abschiedsveranstaltung auskosten. Einen überwältigten Landrat sahen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, als zum Ende die große Überraschung der Überraschungsfeier kam: Zur Melodie des Beatles-Songs „Hey Jude“ war die gesamte Mannschaft aufgestanden, stimmte nach dem Solo von Sanela Anevski und Bastian Weigand kräftig mit ein und verabschiedete ihren langjährigen Aufsichtsratsvorsitzenden mit „Erich – mach´s gut!“