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Büdesheimer Schlosskonzert

(Büdesheim/pm) -   Ein Konzert zur Pfingstzeit mit dem Trio Zeitsprung. „Der Wind weht, wo er will, und du hörst sein Sausen wohl; aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er fährt.“ Dieser aus dem Johannesevangelium entliehene Satz war Programm für das Konzert, das am 21. Mai 2017 in der Büdesheimer Andreaskirche stattfand. Zu Gast in der von der Musikschule Schöneck-Nidderau-Niederdorfelden veranstalteten Konzertreihe „Büdesheimer Schlosskonzerte“ war das Dresdner „Trio Zeitsprung“ mit Kathrin Sertkaya, Traverso, Flöte und Gesang, Lena Sperrfechter, Violone, Flöte und Gesang und Michael Spiecker Barockvioline, Violine, Viola und Gesang.

In seiner Begrüßung wies der stellvertretende Leiter der Musikschule Schöneck-Nidderau-Niederdorfelden Christoph Möller besonders auf die Kombination der unterschiedlichen Epochen und Stile hin. Das Ensemble begann thematisch zu Pfingsten passend mit einem Lied des Minnesängers Oswald von Wolkenstein „Der oben swebt“, brachte jedoch auch zwei dem Trio gewidmete zeitgenössische Kompositionen mit. Zum einen die von Niklas Trüstedt 2013 für zwei Frauenstimmen, eine Männerstimme, Flöte, Geige und Violone komponierte Improvisation „Der Geist hilft“, hier liegt eine Motette von J.S. Bach zugrunde. Zum zweiten waren mehrere Taksimi (einem Lied hinzugefügte Improvisationen der orientalischen Musik) zu einem armenischen Lied, komponiert 2013 für Barockinstrumente von Andreas Tsiartas zu hören. Guillaume Dufays mittelalterliches „Veni sancte spiritus“ stand neben der atonalen Solo-Flöten-Komposition „Pour une communion serene de l`être avec le monde“ aus „Cinq incatations“ des Zeitgenossen André Jolivet, gespielt von Kathrin Sertkaya. Das Programm floss förmlich von einem Werk zum nächsten, mal von Michael Spieker durch gesprochene Texte, mal durch kurze Klang-Improvisationen miteinander verbunden. In geschickter Choreografie nutzten die drei Musiker analog dem wehenden Wind den gesamten Kirchenraum, so dass mancher Konzertbesucher den Wind wirklich spüren konnte. Kaum merklich dagegen die Spanne der sieben Jahrhunderte zwischen jüngstem und ältestem Komponisten, atonalem, mittelalterlichem, orientalischem oder barockem Klang wie der Improvisation über das barocke „La Folia“-Thema oder der 13. Rosenkranzsonate für Violine und Continuo von Heinrich Ignaz Franz Biber. Hier war der „rauschende, mächtige Wind“ von Pfingsten durch die wirbelnden Läufe der Violine Michael Spiekers dargestellt. Lena Sperrfechter übernahm mit ihrem G-Violone, einem sechssaitigen Streichinstrument, das zwischen Bassgambe und dem großen Violone angesiedelt ist, den Continuo-Part. Auch drei Folk-Stücke, Tänze aus Serbien, Bulgarien und Italien fügten sich nahtlos ins Programm. Direkt nach dem letzten Ton begann das Abendgeläut der Andreaskirche, das improvisatorisch aufgenommen in die Zugabe überleitete. Der lang anhaltende Applaus für das „Trio Zeitsprung“ war wohlverdient. Im nächsten Schlosskonzert am 17. September spielen Larissa Nagel, Violoncello und Jaepyo Jeong, Klavier. www.musikschule.online