Bruchköbeler Kurier, das wollen Sie wissen.

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Mysteriöse Zettel

(Bruchköbel/jgd) – In den Briefkästen Bruchköbeler Haushalte sind in der letzten Woche Handzettel aufgetaucht, die sich direkt an „liebe Nachbarn“ wenden und für die Teilnahme an einer Online-Plattform werben. Diese sei unter der Adresse „nebenan.de“ erreichbar und will nach Aussage der Veranstalter Nachbarn vernetzen helfen. Die Idee erinnert ein bisschen an „Facebook“ - das Konzept stammt allerdings von einem in Berlin beheimateten Unternehmen, das inzwischen auf einige Erfolge in deutschen Städten verweist. Die Plattform will Teilnehmer gewinnen, die sich dann in kleineren Gruppen innerhalb einer Gemeinde wiederfinden und dort auf der Ebene lokaler Nachbarschaft miteinander kommunizieren können – sozusagen in größerem privaten Rahmen, denn für die Öffentlichkeit ist die Kommunikation der Nachbarn untereinander nicht sichtbar.

Denkbar wäre also, dass sich zum Beispiel Teilnehmer aus dem Kirlegebiet auf dem Portal einfinden, sich dort kennenlernen und die Dinge das nachbarschaftlichen Alltags miteinander schriftlich „besprechen“ können: Wo ist was los, kann jemand ein Fahrrad oder ein Werkzeug verleihen, oder braucht er eins, wer hat Zeit zur gemeinsamen Freizeitgestaltung.

Man wolle Menschen einen Zugang zueinander verschaffen, die sowieso schon räumlich nicht weit voneinander entfernt leben, sich aber noch nicht kennen, so betonen es die Veranstalter der Plattform. „Nachbarn“ in dem Netzwerk kommen demgemäß immer nur aus einigen nah beieinander liegenden Straßen. Man muss sich unter dem eigenen Namen anmelden: Fake-Accounts und Trolle (Internet-Störer), wie auf Facebook öfter zu erleben, sollen damit herausgehalten werden. Dies soll ein Zugangscode-System sicherstellen. Wie „wasserdicht“ es ist, muss sich erst noch erweisen.

Zumindest dürfte jemand, der unter falschen Namen unterwegs ist, schnell auffliegen, denn die Plattform setzt darauf, dass sich dort gemeldete Teilnehmer auch im realen Leben tatsächlich begegnen können. Das Unternehmen „Good Hood“ aus Berlin verweist auch darauf, dass man ein deutsches Unternehmen sei und sich deswegen strikt nach der deutschen Datenschutzgesetzgebung richte – derartige Aussagen kann man als kleinen Seitenhieb auf die amerikanische Plattform „Facebook“ verstehen, der mitunter ein allzu laxer Umgang mit dem Datenschutz unterstellt wird. Ob das Konzept innerhalb von Bruchköbel angenommen wird, ist  abzuwarten. In größeren Städten soll es jedenfalls bereits funktionierende Gruppen geben, so betonen es die Macher der Plattform.