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(Bruchköbel/jgd) – Am Ende war es eine klare Entscheidung. Mit 21:16 Stimmen gaben die Stadtverordneten am Dienstag den Weg frei: Der neue Wasser-Liefervertrag mit den Kreiswerken Main-Kinzig wird abgeschlossen. Zwischen Gegnern und Befürwortern im Parlament hatte es zuvor noch einmal erbitterte Wortgefechte gegeben. Hauptkritikpunkte: die lange Laufzeit (20 Jahre) und das Problem mit der hohen Härte des Wassers. Für den BBB versuchte dessen Sprecher Rabold, das absehbare „Dafür!“ von CDU und SPD nochmal zu durchbrechen. „Wir werden an der Sache dranbleiben, das kann ich Ihnen versprechen“, so die drohende Ankündigung an die Reihen der CDU/SPD-Koalition.

Rabold wollte erzwingen, den Vertrag mit den Kreiswerken auf nur 2 Jahre zu begrenzen - das aber hatten die Kreiswerke schon zuvor abgelehnt. Außerdem wollte er die Technische Universität Darmstadt nach Alternativen suchen lassen - konnte aber weder eine Zusage der Universität vorweisen, noch überhaupt irgendwelche Aussagen alternativer Wasserlieferanten, die mit weicherem Wasser einspringen würden. In diesem Dilemma steckten denn auch die Gegner des Vertragsabschlusses am Ende fest: Die Fleißaufgabe, wenigstens einen der Versorger als Alternative beizubringen, die angeblich mit weicherem Wasser Schlange stehen – BBB, FDP und Grüne hatten sie letztlich nicht angepackt. Somit hatten sie kein Ass im Ärmel. Die Mehrheit der Stadtverordneten stimmte dann doch lieber für den Spatz in der Hand. Diesen in eine Taube zu verwandeln, sprich: die Kreiswerke zur Lieferung weicheren Wassers zu bewegen – diese Aufgabe obliegt nun der Stadtverwaltung. Immerhin hatte die Geschäftsführung der Kreiswerke letzthin an gleicher Stelle Bereitschaft erkennen lassen. Eine entsprechende Passage steht im Vertrag.

Es blieb dann dem CDU-Stadtverordneten Reiner Ochs vorbehalten, einen pragmatischen, aber vielleicht gerade deswegen realistischen Vorschlag einzubringen. Ochs: Man könne mit den Kreiswerken einen Weg zu weicherem Wasser finden. Zwar werde das die Stadt Bruchköbel Geld kosten, wegen eines eventuell nötigen Leitungsbaues von der „Hessenwasser“-Leitung im südlichen Stadtwald bis hinauf zur Wasserstelle Roßdorf. Dies könne man aber technisch und finanziell über etwa vier Jahre vorausplanen. Schneller gehe es ohnehin nicht. Denn für eine 7 km lange Leitung müsse ein Planfeststellverfahren gestartet werden. Ochs‘ pragmatischer Ansatz wie auch die vorangegangene Diskussion dürften in der Stadtverwaltung nachhallen.

Zu spät kam dagegen ein interessanter Vorschlag der Grünen. Für diese hatte Uwe Ringel angeregt, die Wasserversorgung nach dem Vorbild Maintals in Eigenregie, über eigene Wasserwerke in die Hand zu nehmen. Dann, so Ringel, könne die Stadt das Wasser zukaufen, von wo sie will. Ein solcher Vorschlag hätte allerdings mehr Vorlaufzeit benötigt, sprich: fleißige politische Arbeit. An diesem Abend wurde auch klar: Die Oppositionsparteien hatten sich zu lange in die fixe Idee verkämpft, es stünden alternative Lieferanten bereit, zu denen man auf einfachem Wege wechseln könne. Das aber war wohl ein Irrglaube, wie zuletzt auch eigene Nachfragen des BK bei Versorgern ergeben hatten.