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 (Bruchköbel/jgd) – Am Dienstag verabschiedete das Stadtparlament den Haushalt für 2018. Die Auseinandersetzungen darum waren weniger schrill geraten als in den letzten Jahren. Nach 2016 zeichnet sich auch der laufende 2017er Haushalt mit einem positiven Ergebnis ab. Auch 2018 soll im Plus enden. Das machte es der Opposition aus BBB, FDP und Grünen letztlich schwierig, wirksame Hebel der Kritik anzusetzen. In deren Haushaltsreden wurde zwar immer wieder das „Nein!“ zu einer neuen Erhöhung der Grundsteuern betont – allerdings soll die erst 2019 kommen.

Und bis dahin, so der SPD-Stadtverordnete Ließmann, könne auch die Opposition Vorschläge einbringen, wie die Stadtkasse zu entlasten sei. Weil eine mögliche Erhöhung der Grundsteuern von Bürgermeister Maibach mit den Kosten für die neue Stadtmitte begründet worden war, liegt der Ball damit auch ein bisschen im Strafraum der Parteifraktionen des Parlamentes. Die hatten nämlich seinerzeit gemeinsam für das Millionenprojekt gestimmt, dessen Finanzierungskosten jetzt so langsam Kontur annehmen. Wohl auch deswegen ergab sich Einstimmigkeit für den Beitritt zum Projekt Hessenkasse: Gegen eine zeitlich begrenzte jährliche Abzahlung von 500.000 Euro wird die Stadt damit nämlich auf einen Schlag 25 Millionen Schulden an das Land Hessen los. Unter dem Strich ein Geschäft für die Stadt, so die allgemeine Einschätzung. Das Schuldenkonto wird freigeräumt.

Die gestiegenen Zuschüsse des Landes Hessen sind es, die den Haushalt der Stadt offenbar jetzt dauerhaft stabilisieren helfen. Es regnet quasi Geld. Auch die Umlagezahlungen an den Kreis sollen um 1 bis 2% sinken. Darauf hatte Bürgermeister Maibach in seinem Halbjahresbericht hingewiesen. Er rechnet aktuell für 2017 mit einem Plus von sage und schreibe 2 Millionen Euro. Auch die Schuldenstände stabilisieren sich. Die Stadt tilgt sogar nennenswerte Beträge (2017: 1,7 Millionen), und profitiert inzwischen voll von den niedrigen Zinsen. Die ordentlichen Kredite (23,7 Millionen) und die Kassenkredite (25,1) summieren sich auf „nur noch“ 48,8 Millionen, wobei, siehe oben, der Kassenkreditposten bald verschwinden soll. Jedoch werden auch wieder Neukredite für die Innenstadt dazukommen – Gelegenheit also für die Finanzexperten aller Parteien, die Entwicklung weiter politisch zu bewerten.