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Foto © AWO
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Immobilie der AWO ist an Investor verkauft

(Bruchköbel/jgd) – Ein Bauvorhaben auf dem Gelände des renommierten Alten- und Pflegeheims der Arbeiterwohlfahrt (AWO) an der östlichen Hauptstraße sorgt seit einigen Monaten für Unmut bei Anwohnern. Letztere haben sich seit Anfang des Jahres als „Interessengemeinschaft Anlieger AWO“ an Ämter und Behörden gewendet, weil ihnen der neue, dreigeschossige Anbau zu nahe an die eigenen Grundstücke heranreicht. Darüber hinaus zweifeln sie grundsätzlich die Genehmigungsfähigkeit des Bauvorhabens an.

Mitglieder der IG verwiesen im Gespräch mit dem BK nun auch auf einen aus ihrer Sicht gegebenen Zusammenhang von Investoreninteressen und dem Anbau-Projekt. Der Nachbarsfrieden mit dem vor rund 20 Jahren neu erbauten Sozialzentrum scheint jedenfalls dahin zu sein.

In der Tat dürfte den meisten Bruchköbelern kaum bekannt sein, dass das Zentrum zwischenzeitlich an einen Investor veräußert worden ist. Der im letzten Juli herausgegebene Geschäftsbericht 2016 der AWO Hessen-Süd gibt dazu bekannt: „Das Alten- und Pflegeheim Bruchköbel wurde nach dem für den Bezirksverband bewährten Investorenmodell veräußert und die dringend notwendige Sanierung und Modernisierung sichergestellt. Nach Fertigstellung wird die Einrichtung in Bruchköbel die erste der AWO Hessen-Süd sein, die nur Einzelzimmer zur Verfügung stellt.“ Die Arbeiterwohlfahrt ist demnach nicht mehr Eigentümer des Gebäudekomplexes an der Hauptstraße, sondern dort „nur“ noch Mieter.

Dass Verwaltungen und soziale Einrichtungen sich der Zusammenarbeit mit Investoren bedienen, um sich zum Beispiel von jährlichen Abschreibungen und Sanierungsaufwand zu entlasten, ist heutzutage nicht mehr unüblich. Ein „G‘schmäckle“ bekommt ein solcher Vorgang im Falle des Bruchköbeler Sozialzentrums aus Sicht der Kritiker aber dadurch, dass es zwischen dem Investoren, mit dem die AWO offenbar zusammenarbeitet, und der seit 2016 amtierenden Geschäftsführung der AWO Hessen-Süd eine persönliche Verbandelung zu geben scheint. Die Kritiker weisen darauf hin, dass der laut AWO-Geschäftsbericht seit dem 1. Januar 2016 eingesetzte Generalbevollmächtigte des AWO-Verbandes und seiner Gesellschaften zugleich ein Gesellschafter der „Sozialimmobilie Bruchköbel Vermietung GmbH & Co.KG“ ist, einer in Pfungstadt ansässigen Firma. Das lässt sich auch aus einer Mitteilung des Registergerichts Darmstadt vom 8.1.2016 scließen. Diese Gesellschaft wiederum ist es, die laut dortiger Eintragung den Anbau der Pflegeeinheit mit 24 Einzelzimmern an das bestehende AWO-Zentrum durchführt. Ein AWO-„Generalbevollmächtigter“ also, der zugleich auch Gesellschafter eines Auftragnehmers der AWO ist? Die Kritiker des Anbaues sehen hierin einen klassischen Interessenkonflikt gegeben. - Wie es weitergeht, ist nun offen. Anwohner des AWO-Zentrums scheinen jedenfalls entschlossen, weiter gegen den Anbau vorzugehen.