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(Hasselroth/pm) -  Beim Schulprojekt „Rollstuhlbasketball macht Schule in Hessen“ handelt es sich um eine Initiative der Unfallkasse Hessen (UKH) in Kooperation mit dem Deutschen Rollstuhl-Sportverband e. V. (DRS). Die UKH startete das Projekt quer durch alle Schulformen Ende Januar 2013. Mehrere Profi-Trainer touren bis Ende Juni mit Rollstühlen und Basketbällen durch hessische Schulen. Schüler und Lehrkräfte sind begeistert! berichtet Kathrin Spangenberg, Lehrerin an der Berkersheimer Schule in Frankfurt, berichtet vom Probetraining der Klasse 4 am 1. März.

Wie wirft man im Sitzen auf einen Basketballkorb?

Eine Antwort auf diese und weitere Fragen versucht die Klasse 4 mit ihrer Lehrerin Kathrin Spangenberg der Berkersheimer Schule bei einem Rollstuhlbasketball-Probetraining mit dem Trainer Sebastian Arnold herauszufinden.

„Zunächst müssen wir die Rollstühle in die Halle fahren und dann zeige ich euch, was man damit alles machen kann.“ So begrüßt der Trainer die Schülerinnen und Schüler der Berkersheimer Schule. Denn an diesem Freitag findet kein gewöhnlicher Sportunterricht statt. Die 90 Minuten in der Turnhalle sind reserviert für ein besonderes Training. Zum Abschluss der Einheit Basketball dürfen die 21 Viertklässler die Perspektive wechseln und in Rollstühlen das Dribbeln, Fangen und Werfen ausprobieren.

 

Wie ist es, immer im Rollstuhl zu sitzen?

Zunächst treffen sich alle im Sitzkreis und nach einer kurzen Vorstellungsrunde steht Sebastian Arnold geduldig Rede und Antwort. Die Kinder dürfen ihn zu seiner Person und zum Rollstuhlsport befragen.

„Kann man auch Rollstuhl-Fußball spielen?“, will Paul (9 Jahre) wissen, der selbst in einem Basketballverein spielt. Das ist eine der wenigen Sportarten, die es für Rollstuhlfahrer nicht gibt, aber beispielsweise Rugby, Tischtennis oder Tanzen sind nicht nur den Fußgängern vorbehalten. Aufmerksam hören die Jungen und Mädchen den Erzählungen zu und sie sind voller Anerkennung und Respekt gegenüber dem Projektleiter.

 

Jetzt geht`s los!

Im Anschluss an das informative und das Bewusstsein erweiternde Gespräch folgt die Praxisphase. Zehn Rollstühle warten nun auf ihre Erprobung und die Jungen und Mädchen sind ganz gespannt auf die neuen Erfahrungen. Im Wechsel dürfen jeweils zehn Kinder Techniken ausprobieren, die sich zunächst mit dem Gerät Rollstuhl beschäftigen. Wie fahre ich vorwärts, rückwärts und Kurven? Wie funktionieren die Bremsen?

Sebastian Arnold zeigt den Kindern den Umgang mit dem Rollstuhl und animiert die Gruppe zum selbstständigen Ausprobieren. „Wow, die Rollstühle sind total wendig! Und dank eines Stoppers hinten kann man nicht umfallen,“ freut sich Tamara (10 Jahre). Hochmotiviert rollen alle durch die Halle und sind begeistert vom Fahrgefühl. Darauf folgt der Aufbau eines Slalomparcours und die Kombination zwischen Fahren und Dribbeln eines Basketballs. Der Profi meistert die Hütchenschlange mit Basketball fehlerfrei. Nun sind die Schülerinnen und Schüler gefragt. Ilija (10 Jahre) stellt fest: „So einfach, wie es bei Sebastian aussieht, ist es nicht. Der Ball haut dauernd ab…“

Das Fahren und die parallele Ballkontrolle gelingen nur einigen wenigen, aber das mindert die Motivation und den Spaß nicht im Geringsten. Auch das Werfen auf einen Korb im Sitzen stellt die Kinder plötzlich vor eine fast unlösbare Aufgabe. „Man ist auf einmal so klein und kann gar nicht hoch springen,“ bemerken Kevin und Sanja (beide 10 Jahre). Trotzdem üben alle fleißig weiter und leider vergehen die Minuten viel zu schnell. Für ein Spiel am Ende der Stunde reicht die Zeit leider nicht mehr.

Sehr glücklich beschließen alle die Stunde. Es bleibt nur noch ein riesiges Dankeschön an Sebastian Arnold auszusprechen, der ein offener und kompetenter Leiter war und an die Unfallkasse Hessen, die das Projekt unterstützt und Schulen diese Erfahrung ermöglicht!

Ort: Auwiesenschule in Hasselroth

Termin: 06. November ab 10:00 Uhr