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Feier zum 30. Jubiläum der Schulpartnerschaft mit Nicaragua

(Bruchköbelö/pm) - In diesem Jahr feiert die Heinrich-Böll-Schule in Bruchköbel ihr 30-jähriges Jubiläum der Schulpartnerschaft mit dem Instituto Nacional Diriangén in Diriamba, Nicaragua. Zu diesem Anlass bereitete Stufenleiter und der Leiter der Nicaragua-AG Martin Bornhardt zusammen mit Schülern, dem Förderverein der HBS, Kollegen sowie Gästen aus Nicaragua einen atemberaubenden Abend vor, der den Stellenwert der Zusammenarbeit zwischen den beiden Schulen honorierte. Martin Bornhardt betätigte sich nicht nur als Organisator, sondern er übersetzte auch die zahlreichen Reden. Rektor Ernst Münz begrüßte die vielen Gäste, die die Aula der HBS ausfüllten.

Neben Schülern, Eltern, Gasteltern, Kollegen und ehemaligen Lehrern der HBS durfte er den Landrat des Main-Kinzig-Kreises Thorsten Stolz, den Landrat a.D. Karl Eyerkaufer, den Ehrenamtlichen Stadtrat der Stadt Hanau Wulf Hilbig, den Stadtrat der Stadt Bruchköbel Norbert Viehmann, Werner Friederichs vom Staatlichen Schulamt in Hanau und die diesjährige Delegation aus Nicaragua willkommen heißen. Ernst Münz verwies in seiner Rede auf die Urkunde aus Diriamba, die die Schulpartnerschaft schriftlich festigte und die genau auf den Tag, nämlich den 4.12.1987, datiert ist, als in Anwesenheit von Rene Böll, dem Sohn des Schriftstellers Heinrich Böll, die HBS ihren Namen erhielt. Rektor Münz berichtete über die unterschiedlichen Lebensverhältnisse in Diriamba und Bruchköbel damals und auch noch heute. Nicaragua als Dritte-Welt-Land ließ die vielen Schüler der HBS, die in den letzten 30 Jahren dorthin gereist waren, staunen – andererseits beeindruckten die vielen Erlebnisse in Deutschland die nicaraguanischen Jugendlichen. All dies schweißte die Schulen in den 16 Besuchen und 14 Gegenbesuchen zusammen, man lernte voneinander, erkannte den Stellenwert des Zusammenkommens von Jugendlichen.

Denn nur, wenn junge Menschen sich für soziale, ökologische und politische Belange und Veränderungen interessieren, ist Frieden in der Welt möglich. Genau wie Herr Münz betonte der Landrat des MKK, Herr Thorsten Stolz, die herausragende Bedeutung dieser Schulpartnerschaft. Er stellte die mehr als 130 Projekte hervor, die vom Main-Kinzig-Kreis sowie der HBS, der GWE, der Städte Bruchköbel und Hanau, dem Staatlichen Schulamt, dem Evangelischen Entwicklungsdienst, dem Kultusministerium und dem Förderverein der HBS gesponsert wurden. Projekte waren beispielsweise die Biblioteco Heinrich Böll, Schulgeldzahlungen, Stipendienfonds, die Jugendlichen in Nicaragua ein Studium erlauben, der Bau von Gemeinschaftshäusern, Trinkwasseranlagen oder Fotovoltaikanlagen. Thorsten Stolz verglich die Freundschaft beider Schulen mit einem Pflänzchen, das nach und nach zu einer großen starken Pflanze gemacht wurde. Diese langjährige Schulpartnerschaft ist auch für den Kreis etwas ganz Besonderes, denn die HBS ist eine von nur 2 Schulen, die in solcher Nachhaltigkeit vom MKK seit 30 Jahren unterstützt wird.

Werner Friederich vom Staatlichen Schulamt in Hanau drückte den Wunsch zu weiteren Besuchen in fremden Leben aus, der auch im Hessischen Schulgesetz verankert ist, in dem ausdrücklich die Erziehung zum friedlichen Zusammenleben und zur Toleranz gefordert wird. Wulf Hilbig und Wolfram Krause, ehemalige Lehrer der HBS, die die Initiatoren dieser Schulpartnerschaft waren, zeigten sich glücklich darüber, dass die HBS noch immer seit Jahrzehnten eine Schule ist, die den Austausch zwischen Sprachlichem, Kulturellem und Pädagogischem fördert und fordert. Umrahmt wurden die Redebeiträge von Tänzen der Gäste aus Diriamba in traditioneller Tracht sowie Musikstücken des Musikfachbereichs der HBS. „Eine Brücke zwischen zwei Welten … seit 1987“ - dies steht auf einem Wandgemälde in der HBS, gemalt von Schülern beider Schulen. Die Annäherung dieser beiden Welten passiert bei jedem Besuch Schritt für Schritt. Den Abschluss des Abends bildete ein reichhaltiges Buffet mit Speisen Mittelamerikas, die die Gäste aus Nicaragua zusammen mit ihren deutschen Freunden hergestellt hatten.