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Luther

Eisenach und Wartburg im Reformationsjahr
(Roßdorf/pm) - Zwei wichtigen Lebensabschnitten des großen Reformators galt der Ausflug der Roßdorfer Evangelischen Kirchengemeinde und ihrer Lutherfreunde nach Thüringen. In Eisenach stand zunächst die Schul- und Jugendzeit Martin Luthers im Mittelpunkt einer facettenreichen Altstadtführung, dabei besonders hervorzuheben der nötige Lebensunterhalt des Knaben als Kurrendesänger und seine wichtige Förderung durch die Cotta-Familie, die schöpferische Begegnung mit Johann Sebastian Bach, die späteren Predigten in der Georgenkirche, genannt nach dem Heiligen Georg, dem Schutzheiligen der Stadt Eisenach.

Den Weg über geschichtsträchtiges Pflaster der gepflegten Stadt mit heute 42000 Einwohnern, zu Luthers Zeiten als Pfaffennest verschrien wegen der vorhandenen sieben Klöster, säumten seine zahlreichen Sprüche, die auch heute noch im Sprachschatz zu finden sind, wie „Es krümmt sich, was ein Haken werden will“, „Doppel betet, wer singet“, „Gut Ding will Weile haben“, „Wer lügt, sollte ein gutes Gedächtnis haben“, „Drei böse Hunde, die übel beißen: Undankbarkeit, Neid, Stolz“.
Eine der herausragendsten Stationen war dann der Aufenthalt Luthers als „Junker Jörg“ auf der Wartburg, der Schutz vor Kirchenbann-Verfolgung bot. Hier übersetzte Martin Luther das Neue Testament, die sprachliche Voraussetzung für die Einheit der Deutschen als Volk (Goethe).
Mittags stärkte man sich in den Lutherstuben, einer „Schenke“, die mit ihrem mittelalterlichen Ambiente stilvoll zum historischen Thema passte.
Vor dem Betreten der Nationalen Sonderausstellung „Luther und die Deutschen“ auf der Wartburg wurden die Besucher durch typische Gebrauchsgegenstände in die Zeit der Reformation versetzt. In den Museumsräumen wurde Luthers Einfluss auf die deutsche Kultur- und Geistesgeschichte anschaulich dargestellt und breit gefächert geschildert. – Der Kreis schließt sich, die Roßdorfer Besucher drücken große Anerkennung aus. Und danken auch der Gemeinde und den Organisatorinnen für die Vorbereitung des wundervolle Erlebnisses von 500 Jahren lebendiger Reformation.