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Berufsfeuerwehrtag der Jugendfeuerwehren

­(Bruchköbel/pm) - Auf dem Berufsfeuerwehrtag der Bruchköbeler Jugendfeuerwehren am letzten Wochenende (16./17.09.) konnte der Nachwuchs wieder viel erleben und lernen. 24 Stunden lang stellten die Betreuer für die Kinder die Schicht eines Berufsfeuerwehrmannes nach. Brände, in Not geratene Menschen und Tiere und viel Ausbildung standen auf dem Plan fürs Wochenende. Die 24 Stunden dauernde Übung zählt zu einem der heiß begehrten Höhepunkte im Jahreskalender der Jugendlichen. Wir haben die Jugendlichen auf ihrer „Schicht“ begleitet.

Samstagmorgen 7:00 Uhr. In einer halben Stunde soll es losgehen und die ersten Jugendlichen treffen bereits ein. Betten werden gebaut und das Frühstück vorbereitet. Stadtjugendwart Nino Balzer begrüßt seine Schützlinge auf dem Übungshof. Wie bei der echten Berufsfeuerwehr bekommen die Kinder Aufgaben und Positionen zugewiesen. Anschließend checken alle die Fahrzeuge und prüfen die Ausrüstung. Ist wirklich alles einsatzbereit? Schon kurz nach dem Frühstück geht es los. „Zimmerbrand im 1. OG eines Mehrfamilienhauses“, krächzt es aus den Lautsprechern. Alle schnappen sich ihre Sachen und los gehts. Vor Ort quillt dichter Rauch aus dem Gebäude. Der Nachwuchs legt sich Atemschutzgeräte an. In diesem Fall sind es Attrappen und schon geht es mit der Schlauchleitung ins Gebäude. Personen werden gefunden und ins Freie gebracht. Der Nachwuchs ist angespannt aber es läuft. Zurück auf der Wache werden alle Fahrzeuge wieder einsatzklar gemacht. „Es kann schließlich jederzeit sofort wieder losgehen“, erklärt Florian Fuß, der sich als Jugendfeuerwehrmann schon lange auf den Termin gefreut hat.

­Aber neben der Aufregung überwiegen die Begeisterung und der Spaß. Mit Feuereifer sind sie alle dabei. Spüren wie das Adrenalin steigt, wenn die Alarmdurchsage kommt. Den Platz auf dem Einsatzfahrzeug einnehmen und losfahren. Auch wenn das Martinshorn ruhig bleibt, das Blaulicht blitzt gut sichtbar. „Schau mal an der Häuserwand siehst Du wie unser Licht auch blinkt. Das ist richtig cool“.

Dann am Nachmittag die große Abschlussübung aller Jugendfeuerwehren der Stadt. Die Spannung steigt. Was kommt auf uns zu? Kann ich das umsetzen, was ich gelernt habe?  Die Aufregung ist spürbar, als es auf das Gelände der Firma Odenwäller in Butterstadt geht. Dort warten Eltern, Zuschauer und sogar der Bürgermeister und viele Gäste. Alle filmen, fotografieren und beobachten, was vor Ort passiert. Hier muss alles klappen. „Hoffentlich mache ich nicht irgendwas falsch“ bibbert einer der Jugendlichen. Am Ende können die jungen Feuerwehrkräfte allerdings stolz der Öffentlichkeit zeigen, was sie in der Vergangenheit gelernt haben. Die Übungen auf dem Werksgelände funktionieren sehr gut. Die unter einem Schuttcontainer eingeklemmte Person -in Form einer Puppe- wir mit Hebekissen befreit. Das Feuer im Gebäude gelöscht und die Vermissten gerettet. Die Zuschauer sind beeindruckt und die Ausbilder zufrieden. Jetzt kann alles wieder auf die Fahrzeuge verladen werden.

Nun geht es zum Essen ins Feuerwehrhaus. Einsätze machen hungrig. Aber erst mal sind die Grußworte dran. Geduld ist gefragt ehe es leckere Würstchen vom Grill gibt. Auf der Rückfahrt zur Wache wird wieder spekuliert: „Meinst Du es kommt noch ein Einsatz?“ Die anderen Mitstreiter sind überzeugt: „Ganz bestimmt, es ist ja noch früh“.  Und tatsächlich wie erwartet: Die nächste Durchsage lässt nicht auf sich warten. Und wieder sitzen alle auf den Fahrzeugen. Hinten im Mannschaftsraum wird durchgezählt, die wievielte Übung das ist?  Vor allem auch, welcher war bis jetzt der beste Einsatz? Es gab doch so viele Unterschiedliche.

Zurück im Feuerwehrhaus. Jetzt ist es so spät, dass bestimmt nichts mehr kommt, die Meinung der Mehrheit. Ab auf die Feldbetten. Der ein oder andere zieht sich schon mal fürs schlafen um. Aber da haben die Jungs und Mädels die Wette ohne Stadtjugendfeuerwehrwart Nino Balzer gemacht. Eine letzte Durchsage für die Nacht kommt doch noch. Alle raus und auf die Fahrzeuge. Auf dem Parkdeck am Rathaus wird es nochmal dramatisch und anstrengend. Ein PKW „brennt“ auf dem obersten Parkdeck. Eine Rauchsäule steigt gut sichtbar auf. Viele Schläuche sind zu verlegen, um an das „brennende“ Auto zu gelangen. Aber auch diese Übung ist irgendwann abgearbeitet.

Nun rufen aber die Feldbetten. Die meisten wollen schlafen. Das können sie auch. Bis zum nächsten Morgen kurz nach dem Frühstück. „Da mussten die Kids das letzte Mal raus. Zu einem Brandmeldealarm. In der Schule natürlich“, sagte Stadtjugendwart Nino Balzer mit einem Zwinkern.