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Stadt Bruchköbel

(Bruchköbel/pm) - „Was ist denn hier los?“, fragte sich so mancher, als er die große Hüpfburg auf dem Dienstparkplatz neben dem Rathaus sah. Schnell konnte die Frage beantwortet werden. Kombiniert mit einem Tag der offenen Tür, feierte die Kindertagespflege GERNEGROSS Bruchköbel im Seniorentreff Mitte ihr 15-jähriges Bestehen und hatte alle Interessierten dazu eingeladen. Die Veranstaltung begann mit einer kleinen akademischer Feier, in der der Stadtverordnetenvorsteher Guido Rötzler einen Einblick in die Geschichte der Bruchköbeler Kindertagespflege gab.

Alles begann mit einer Babysitter-Kartei, die sich in den vergangenen Jahren zu einer professionellen Kinderbetreuung entwickelt hat. Die Stadt Bruchköbel setzte dabei von Anfang an auf Qualifikation und regelmäßige Fortbildungen und stellte damit die Weichen schon früh in die richtige Richtung, wie sich im Laufe der Jahre herausstellte. Mittlerweile dürfen Kindertagespflegepersonen, im Volksmund auch gerne Tagesmütter genannt, nur dann Kinder betreuen, wenn sie vor Beginn ihrer Tätigkeit eine Grundqualifikation durch das Jugendamt erfolgreich abgeschlossen haben. Rötzler betonte weiterhin, wie wichtig in all diesen Jahren die Zusammenarbeit mit den einzelnen Tagesmüttern war. Erst durch ihr zum Teil auch ehrenamtliches Engagement ist es heute möglich, zusätzliche Betreuungsplätze in einer häuslichen und familiären Atmosphäre in Bruchköbel anzubieten. Einen generellen Einblick in die Geschichte der Kindertagespflege gab die Laudatorin und gleichzeitige Fachdienstleitung Claudia Krämer. Vielen der Anwesenden war zum Beispiel nicht bekannt, dass die Frauenzeitschrift Brigitte mit einer Reportage über schwedische Tagesmütter 1973 eine kontroverse Diskussion über Kinderbetreuung in Deutschland auslöste und damit Tagesmüttern den Weg ebnete. Viel Zeit ist seitdem vergangen, und die Kindertagespflege hat die Angebotspalette der Betreuungsformen erweitert, doch leider, so Krämer weiter, gibt es nachwievor noch keine vergleichbare Ausbildung für Tagesmütter analog zu der einer Erzieherin. Dies mache sich vor allem in der Bezahlung bemerkbar. Nachdem der offizielle Teil beendet war, konnten sich die Besucher über Kindertagespflege vor Ort informieren. Hierfür hatten sich die städtischen Tagesmütter etwas einfallen lassen. An Stellwänden präsentierten sie sich und ihre Betreuungsangebote. Zusätzlich gab es ein großes Buffet mit selbstgebackenen Kuchen und neben der tollen Hüpfburg noch zahlreiche Kinderaktivitäten, wie zum Beispiel Kinderschminken und Märchenlesungen. Rundum eine gelungene Veranstaltung.