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 (Bruchköbel/jgd) – Anlieferung am Bauhof soll kostenfrei bleiben. Die Stadtverordneten haben am kommenden Dienstag den Entwurf einer neuen Abfallsatzung auf dem Tisch, welche die Stadtverwaltung in Kraft setzen will. Das Regelwerk soll die Entsorgung von Müll im Stadtgebiet neu regeln. Das scheint in der Tat geboten: Die alte Abfallsatzung stammt aus dem Jahr 2000, ist also 17 Jahre alt. Sie wurde seither neunmal durch Änderungssatzungen ergänzt bzw. „nachgebessert“. Wer sich also heute auf der Homepage der Stadt zu gültigen Regeln der Stadt etwa beim Sperrmüll, beim Entsorgen auf dem Wertstoffhof oder zu Fragen der Gebühren kundig machen will, der muss sich durch die alte Abfallsatzung sowie inzwischen neun weitere Änderungsdokumente durcharbeiten, um zu finden, was er sucht und was gültig ist. Es ist also nicht so einfach, auf den ersten Blick herauszufinden, welche Regeln gültig sind, und welche bereits schon wieder durch eine weitere Änderungssatzung aufgehoben wurden.

Alleine unter dem Vorgänger des Bürgermeisters Maibach wurden zum Beispiel sechs der bislang neun Änderungssatzungen hinzugefügt - das gesamte Regelwerk präsentiert sich also schon seit langem für den Suchenden sehr unübersichtlich. Dabei gab es bei den Änderungen durchaus auch solche, die für die Bürger günstig sind – das betrifft zum Beispiel die Abfallgebühren. Diese sind seit der ersten Abfallsatzung aus dem Jahre 2000 deutlich gefallen - kostete zum Beispiel die Entsorgung einer 120-Liter-Mülltonne damals 30,68 Euro im Monat, so reduzierte die letzte gültige Änderungssatzung vom Oktober 2016 den Betrag auf heute aktuelle 17,25 Euro. Diese Kosten sanken also seither um 44%. Ähnlich günstig sieht es bei den anderen Müllbehältern aus, die die Bürger nutzen. Und im letzten Oktober wurde sogar eine weitere Regelung gültig, die den Geldbeutel entlastet: Anlieferungen auf dem Wertstoffhof (Bauhof) sind seither gebührenfrei. Weil diese Regel allerdings offenbar auch dazu verlockte, vermehrt Müll aus dem gewerblichen Bereich heranzufahren, hatte der Bürgermeister zuletzt in einem Testlauf eine Begrenzung der Müllmengen verhängt. Die Maßnahme scheint sich bewährt zu haben, denn die neue Abfallsatzung greift jetzt diese Regeln auf. Die kostenlose Ablieferung bleibt bestehen, aber es gibt leichte Veränderungen bei den Abliefermengen: Grundsätzlich steht der Bauhof nur für Privatabfälle zur Verfügung, beim Bauschutt etwa soll es eine Mengenbegrenzung geben, herangefahrener Sperrmüll soll sich auf kleinere Teile beschränken. Für größere Sperrmüllmengen gibt es die Abholtermine. Der neue Satzungsentwurf, so betont es die Verwaltungsspitze, wurde durch den Hessischen Städte- und Gemeindebund überprüft.