Bruchköbeler Kurier, das wollen Sie wissen.

Historisches Kostüm beim Sommerfest

(Bruchköbel/pm) - Beim Sommerfest im Kursana Domizil in der Bahnhofstraße konnten die Bewohner, ihre Angehörigen und viele Gäste so manche adlige Besucherin begrüßen. Im Alltag der Pflegeeinrichtung ist Frauen-Power angesagt und auch historisch betrachtet hatte das Kursana Domizil einige berühmte Frauen eingeladen. Diese hatten sich früher sozial engagiert, waren Vorreiterinnen und erhielten in der Geschichte aufgrund ihrer Verdienste zu recht einen festen Platz: Fürstin Elisabeth von Thüringen, Florence Nightingale, Agnes Karll, Phoebe und Hildegard von Bingen.

Das Quintett der starken Frauen wurde von den Kursana Mitarbeiterinnen Sophie Kahl, Mihaela Bistriceanu (beide Pflegefachkräfte), Vanja Miranovic (Pflegekraft), Katharina Schikora (Pflegedienstleitung) und Linda Gorr (Betreuender Dienst) verkörpert. Margitta Bieker, Direktorin des Kursana Domizils, moderierte diese besondere Modenshow in der Tracht einer Diakonisse. Bei der Kursana Fashion-Week schlüpften die Akteurinnen in die Kostüme der Damen, die sich seinerzeit für die Armen- und Krankenpflege einsetzten und sie reformierten, die in der Heilkunde erfolgreich waren, die in der Diakonie eine große Rolle spielten oder etwa die wie Agnes Karll, die einen deutschen Berufsverband begründete. Die Gruppe ging in den heutigen Deutschen Berufsverband für Krankenpflege über (DBfK).

Die Besucher des Sommerfestes waren begeistert von dem Auftritt der Models der Modenschau, die in historischen Schwesternkostümen, im Diakonissenkleid mit Festtagsschürze oder auch in einem beim anstrengenden 24-Stunden-Dienst zerfetzten Kittel auf dem Catwalk unterwegs waren. Beifall und lachende Gesichter gab es vor allem, als die Engländerin „Florence Nightingale“ ihre langen Unterhosen unterm Kleid zeigte und der Spitzenbesatz zum Vorschein kam. Die Unterhose soll die Krankenschwester damals als Schutz getragen haben, so die Überlieferung.

Das sonnige, aber stürmische Wetter beim Sommerfest passte gut zur Band, die ihre musikalischen Wurzeln dort hat, wo es oft sehr windig ist. Die Irish Folkband Petr Simandl brachte das Publikum mit flotten Gitarren- und Geigenklängen in Schwung.

Während die einen im Hof des Hauses Helena feierten, wurden die anderen Senioren, die in ihrer Mobilität stark eingeschränkt sind, auf den Wohnbereichen unterhalten. Der Künstler „Happy Man“ besuchte die ältere Generation in ihren Zimmern, brachte ihnen mit seinem Akkordeon ein Ständchen und spielte Volkslieder, bei denen sich die Älteren wie immer textsicher erwiesen und mitsangen. Spaß hatten auch die Kinder, als „Happy Man“ im Handumdrehen aus einem Luftballon Tiere und andere Figuren modellierte.