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Quelle: BMWI. ©

Neue Regeln für Drohnenpiloten

(Bruchköbel/jgd) - Bürger sind neuerdings bisweilen irritiert über unheimliche Begegnungen der dritten Art - es wurden auch im hiesigen Stadtgebiet bereits mehrfach ungewöhnliche Flugobjekte gesichtet, sogenannte 'Drohnen', die sich jedermann beschaffen darf. Ob per Brief an den BK, oder vermittels drastischer Schilderungen im Bruchköbeler "Facebook"-Forum: Ein gewisser Unmut über die neuartigen, ferngesteuerten Geräte ist bisweilen bemerkbar. Einerseits ist es wohl der ungewohnte Anblick, andererseits scheinen aber auch diffuse Ängste über die Geräte und deren Fähigkeiten zu grassieren.

Denn diese können mit Kameras ausgestattet sein, können also Fotos aus der Luft schiessen und sogar Filmsequenzen aufnehmen. Es ist insofern neu und interessant, dass 'Drohnen' es nun Jedermann ermöglichen, auf erschwingliche Art und Weise Luftaufnahmen zu erzeugen - etwa von Sehenswürdigkeiten, Landschaften, Kirchen und Straßenzügen. Aber die Geräte ermöglichen theoretisch eben auch detaillierte Einblicke in Gärten und sogar in Fenster hinein.

Zur Beruhigung der Skeptiker sei allerdings gesagt: Inzwischen wurden Regeln aufgelegt, die ein Hobby-Drohnenpilot beachten muss, wenn er/sie fliegerisch im Stadtgebiet unterwegs ist. Bundesverkehrsminister Dobrindt hat für die kleinen technischen Wunderwerke nämlich eine "Verordnung zur Regelung des Betriebs von unbemannten Fluggeräten" erlassen. "Um der Zukunftstechnologie Drohne Chancen zu eröffnen" , seien die Sicherheit und der Schutz der Privatsphäre zu verbessern, heisst es dazu aus dem Ministerium.

Die neue Gesetzeslage kann man auf der Ministeriums-Homepage im Detail studieren (www.bmvi.de/drohnen). Einige Regeln seien hier genannt. So müssen Drohnenpiloten ihre Luftfahrzeuge mit einer Plakette kennzeichnen - zumindest wenn das Gerät über 250 Gramm wiegt. Für den Betrieb von Flugmodellen ab 2 kg Gewicht wird ein Kenntnisnachweis gefordert - sprich: eine Pilotenlizenz und eine Bescheinigung. Das Mindestalter zum Betrieb einer Drohne wird auf 16 Jahre festgesetzt. Ist das erfüllt, darf jedermann/frau loslegen: Für den Betrieb von Flugmodellen und "unbemannten Luftfahrtsystemen" unterhalb 5 kg Gewicht ist grundsätzlich keine gesonderte Erlaubnis erforderlich. Der Betrieb durch Behörden oder Organisationen mit Sicherheitsaufgaben, z.B. Feuerwehren, THW, DRK etc., ist generell erlaubnisfrei. Auch gewerblichen Betrieben wird dadurch die Arbeit mit Drohnen erleichtert. Für Privatleute gilt außerdem: Man muss die Geräte in Sichtweite halten, wenn man sie ferngesteuert fliegen lässt. In und über Einsatzorten von Polizei und Rettungskräften, Krankenhäusern, Menschenansammlungen, Anlagen und Einrichtungen wie Gefängnissen oder Industrieanlagen, Bundes- oder Landesbehörden und Naturschutzgebieten ist der Einsatz generell verboten, ebenso über bestimmten Verkehrswegen und in Kontrollzonen von Flugplätzen. 100 Meter Flughöhe darf man in der Regel nicht überschreiten, außer in besonderen Bereichen, und mit besonderer Ausbildung. Untersagt wird auch das Fliegen über Wohngrundstücken, zumindest, wenn das Gewicht des Geräts mehr als 0,25 kg beträgt, oder dessen Ausrüstung in der Lage ist, optische, akustische oder Funksignale zu empfangen, zu übertragen oder aufzuzeichnen. Ausnahmen von den Verboten sind auf Antrag möglich, sofern die Sicherheit und die Gesetzeslage es zulassen. Auch der Einsatz von Videobrillen ist geregelt: Diese ermöglichen es dem Drohnenpiloten, seine Drohne als "fliegendes Auge" zu benutzen. Das ist ihm in Zukunft nur noch mit besonders leichten Geräten (bis 250 Gramm) und nur bis zu einer Höhe von 30 Metern erlaubt. Die Verordnung ist am 7. April in Kraft getreten. Die Regelungen bezüglich der Kennzeichnungspflicht und die Pflicht zur Vorlage eines Kenntnisnachweises gelten ab dem 1. Oktober 2017.