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Alte Wache am Fliegerhorst

Die Alte Wache als Gastronomie-Schmuckstück?

(Fliegerhorst/jgd) - Seit einiger Zeit schon steht sie da, von Unkraut umwuchert, zu finden an der ehemaligen Zufahrt des Langendiebacher Fliegerhorstes, dem derzeit toten Ende im Straßennetz des Fliegerhorst-Geländes: Die 'Alte Wache'. Das frühere Eingangsgebäude des ehemaligen Militärgeländes soll nun an einen Hanauer Interessenten vergeben werden, der dort einen Platz für gastronomische und kulturelle Nutzung errichten will. Die 'Alte Wache' steht unter Denkmalschutz - so wie das gesamte Ensemble der früheren Kasernen- und Militärgebäude im inneren Dreieck des Fliegerhorstes. Ein früherer Interessent hatte sich zurückgezogen.

Doch nun besteht Hoffnung, dass das verwunschene Gebäude bald zu einem kleinen Schmuckstück entwickelt wird. Den südseitig gelegenen Innenhof des Gebäudes (unser Bild) kann man sich schon jetzt recht gut als sonnigen Außenbereich der zukünftigen Gastronomie vorstellen. Auch das Innere des Gebäudes ist groß genug für viel Phantasie rund um die Nutzung als Restaurant, sowie als Kulturbetriebsstätte. Es scheint dabei auch Idealismus mit im Spiel zu sein: Der Interessent ist in den letzten Jahren bekannt geworden durch sein Angebot origineller Tragschrauber-Rundflüge; viele Bruchköbeler und Erlenseer haben ihn bereits mit seinem originellen Fluggerät am Himmel kreisen sehen, einige sind gar selbst als Passagiere dabeigewesen. Das Areal des stark sanierbedürftigen Gebäudes mit Auflagen für den Denkmalschutz soll zum Flächenpreis von 80 Euro/qm veräußert werden, insgesamt also rund 122.000 Euro.

Der Zweckverband zur Entwicklung des Fliegerhorstes Langendiebach, welchem derzeit der Bruchköbeler SPD-Fraktionssprecher Peter Ließmann vorsitzt, trifft sich zur Beschlussfassung über den Verkauf am kommenden Mittwoch, 16.8. 19:30 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses Erlensee. Bei dieser Sitzung soll auch über das Ansinnen eines Hotel-Investors entschieden werden, der zwei weitere Altgebäude kaufen will. Bereits im März hatte dieser zwei Häuser erworben. Er beabsichtigt nun, die dann aus vier Gebäuden bestehende Gesamtanlage zu revitalisieren. Auch weitere angrenzende Flächen sollen als Stellplatzfläche hinzukommen, auf denen vermutlich Parkplätze entstehen werden.

Wer den Fliegerhorst heute besichtigt, den beeindrucken die inzwischen in Betrieb befindlichen großen Flächen und Gebäude außerhalb des Straßenringes "Zum Fliegerhorst", welcher den inneren, denkmalgeschützten Geländebereich umschließt. Modernste Logistik und andere Firmen haben den Betrieb aufgenommen, und die Veräußerung der größten Flächen kann nahezu als abgeschlossen betrachtet werden. Der Erfolg bei der vor rund fünf Jahren begonnenen Vermarktung des Geländes ist augenfällig. Im Verzug erscheint allerdings die Projektierung des inneren Bereiches. Die Auflagen der Denkmalpflege, die hier befindlichen historischen Kasernen- und Flughafenbetriebsgebäude zu erhalten bzw. in die Planungen einzubeziehen, wirken sich unter dem Strich wohl bremsend auf die Entwicklung des Geländes aus. So sind immer noch keine sichtbaren Fortschritte für das erhoffte Reitzentrum zu sehen, das ein Investor hier angeblich entwickeln will - mehr als einige Erd- oder Schotterhaufen sind äußerlich noch nicht zu erkennen. Auch die Idee, im alten Tower ein Museum oder Dokumentationszentrum zu errichten, liegt jetzt bis auf Weiteres wieder auf Eis - sie würde eine millionenschwere Investition erfordern, deren Finanzierung erst noch gestemmt werden will. Insofern dürften das erwähnte Hotelprojekt und die Rekultivierung der 'Alten Wache' erste wertige Schritte darstellen, auf dem Weg der vollständigen Erschließung des historischen Gebäude-Altbestandes.