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Banner mit Weihnachtsferien 2015. vom 21.12,2015 bis einschl. 8.01.2016 

…vom 22.12.2017 bis einschließlich 12.01.2018.

Ab dem 13.01.2018 sind wir wieder für Sie da. 

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(Bruchköbel/jgd) - Zwar hatte es im Vorfeld Kritik darüber gegeben, dass das Hof- und Gassenfest in diesem Jahr in die Ferienzeit verlegt worden war, und darob die Zahl der teilnehmenden Höfe niedriger als im Vorjahr ausfiel - aber das tat dem Erfolg des Festes am vergangenenen Wochenende keinen Abbruch. Eher im Gegenteil sogar: Spätestens am Samstagabend wurde klar, dass die Umsätze im Vergleich zu den Vorjahren sehr stabil herauskommen würden. Und dazu hatte natürlich auch das gute Wetter beigetragen.


Aber vermutlich auch die Tatsache, dass es in der Ferienzeit allenthalben etwas weniger Angebot derartiger Freiluftveranstaltungen gibt, bei denen nicht die kommerziellen Veranstalter, sondern eben Vereine und Bürger initiativ werden.

In den Sommerferien sind die Alternativen für die Daheimgebliebenen naturgemäß dünner gesät. Die Bürgerinnen und Bürger trieb's also bereits am Freitagabend zuhauf in die Innenstadt, wo -auch dies in früheren Jahren nicht immer üblich- sogar der Hauptstraßenbereich abgesperrt worden war.

Die Stimmung und überhaupt das ganze Leben rund um den Schwerpunkt der Veranstaltung, die Spielhausgasse mit den drei Konzerthöfen, war sehr gut. Die langen Tischreihen, mit denen der Kulturverein Wundertüte das Sträßchen im Herzen der Stadt versehen hatte, waren zeitweise bis auf den letzten Platz besetzt. Hier wurde durch die Helfer der "Wundertüte" auch draußen bedient - gut organisiert und unter Mithilfe auch anderer Vereine, etwa der DLRG. Man unterstützt sich. Im Spielhaushof liess die "Wundertüte" wieder ihr peppiges Programm mainstreamiger Bands spielen - etwa mit "Nööö!" eine "Neue Deutsche Welle"-Coverband, oder auch die schon ziemlich professionell agierende Rock-Klassiker- Band "Bailey", ein echter Festivaltipp.

Überhaupt war die Spielhausgasse, was den Sound betrifft, in diesem Jahr nicht gerade vernachlässigt worden. Ganz hinten am Ende, im Hof Kellner, wo inzwischen die Creme der Nietenlederjackenträger ihre alljährliche Heimat gefunden hat, riss die fränkische Band "Big Gun" mit harten AC/DC-Rhythmen ihr Publikum mit - und es aß, wer wollte, dort auch noch seinen deftigen Burger. Mehr Glück auf Erden war eigentlich an diesem Abend nicht mehr möglich. Absolutes Kontrastprogramm hierzu im Hof Kadletz - im schummerigen, vernebelten, lichtverschwommenen House-Gewölbe war Dancefloor angesagt.

In den drei Höfen der Spielhausgasse kamen andererseits die meisten Programmpunkte ein bisschen laut herüber - die eher leisen Beiträge, beispielsweise dargebracht durch einzelne Songwriter, werden in den kommenden Jahren vielleicht andere Veranstalter wieder in das Fest einbringen müssen. Es entsteht hier vielleicht gerade eine Marktlücke. Dennoch gab es natürlich auch viele ruhige Plätzchen - etwa das für zwei Tage auf der Hauptstraße eingerichtete Weinparadies des Bruchköbeler Weinexperten Frank Steller, wo man Tische anbauen musste und wo der Anlaufpunkt der Liebhaber guter Tropfen war. Oder der Hof Amend mit dem Geheimtipp der hessischen Apfelweinbowle. Schräg gegenüber bot das Café Barrierefrei exotische Spezialitäten an. Im Gemeindezentrum der Jakobuskirche hatte die evangelische Kirchengemeinde ein Café eingerichtet. Von dem im Vorfeld des Festes hier und dort zu vernehmenden Grummeln wegen des Ferientermins (man hatte wegen eines anderen Festes in den Juli ausweichen müssen) war während der Festtage letztlich nichts mehr zu hören. Am Sonntagmorgen klang das Fest gleich in mehreren Höfen aus - auch dies ein Novum gegenüber den Vorjahren, als Sonntags zumeist nur noch die "Wundertüte" die Stellung gehalten hatte.