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Foto © privat
Mit Charme und Esprit in Szene gesetzt

Aufführung von Musical „Kwela! Kwela!“ als gelungenes Kooperationsprojekt zwischen Haingarten-Schule und Paul-Hindemith-Musikschule

(Bruchköbel/pm) - Es ist schon eine Krux mit diesem alten Stiefel, der als „großes Orakel“ den dürstenden Tieren von Afrika helfen soll, Wasser zu finden. Der Löwe ist in großer Sorge, dass die Tiere unter seiner Regentschaft am Ende verdursten könnten, helfen doch weder Regentanz noch gute Worte, das begehrte Nass herbeizuschaffen – von dem besagten alten Stiefel ganz zu schweigen. Der redet nur Unsinn. Und selbst wenn die Tiere mal zufällig Wasser finden ist es auch schon über Nacht wieder verschwunden. Seltsame Dinge gehen vor im afrikanischen Busch.

Aber wie das so ist in Musicals: Nach dem Tausch-Motto Wasser gegen Musik wird am Ende alles gut, so auch in „Kwela! Kwela!“. Das Stück wurde nun von rund 100 Haingarten-Schulkindern (HGS) zusammen mit dem Kooperationspartner, der Paul-Hindemith-Musikschule Hanau und Bruchköbel (PHM), vor zweimal ausverkauftem Bürgerhaus mitreißend und farbenfroh aufgeführt.

Seit einem Jahr hatten sich die Kinder der Theater-AG, der Trommel-AG, der Chor-AG und der Flöten-AG der Haingartenschule intensiv auf den großen Auftritt vorbereitet – und diese Zeit war sehr gut investiert, wie die Aufführung dann auch eindrucksvoll beweisen sollte. Die Grundschulkinder der HGS, die sich aus den Klassen eins bis vier rekrutierten, lieferten eine brillante und hochkonzentrierte Leistung in dem über eine Stunde dauernden Musical von Andreas Schmittberger, das neben viel gesprochenem Text auch 13 anspruchsvolle Songs beinhaltet, ab. Unter der Gesamtleitung von Irmi Pick (PHM), die auch die Theater-AG leitete, war es vor allem der Wortwitz des Stückes, den die Theater-Kinder wirkungsvoll mit charmantem Spiel in Szene setzen konnten.

Dem in nichts nach standen die Tanz-Kinder unter Leitung von Rosita Hohm-Köster (PHM), die der filigran-rhythmischen Musik mit ausdrucksvollen Choreographien viel Leben einhauchen konnte. Für feurige Rhythmen sorgten die Trommel-Kids der HGS unter Leitung von Robert Hestermann (PHM). Eindrucksvoll mit donnernden Rhythmen untermauert er mit seinem Ensemble die Grab-Szene nach Wasser, einer der dramatischsten Momente im gesamten Musical. Chapeau! Hören lassen konnte sich auch der Chor (Leitung: Dörte Herleth-Naumann), der stellenweise komplizierte Rhythmuswechsel meistern musste und sogar einen vierstimmigen Kanon gekonnt auf die Stimmbänder brachte. Die dreiköpfige Flötengruppe sorgte noch für melodische Unterstützung. Eine dreiköpfige Musikschulband mit Gabor Kovacs an den Drums, Cornelius Springer am Bass und PHM-Schulleiter Jörn Pick am Piano besorgte das sichere musikalische Fundament für die Akteure auf der Bühne. Immer wieder bewundernswert, mit welch hoher Konzentration und Souveränität die unterschiedlichen Szenen und auch die oftmals sehr schwer zu nehmenden Stimmungsnuancen im musikalischen Aufbau von den Grundschulkindern gemeistert wurden. Dazu bei trug auch die fein abgestimmte Bühnen-Ausleuchtung, die Anton Kraus in den Händen hielt.

So griff jedes „Zahnrad“ – also Schauspiel, Gesang und Tanz – perfekt in das andere. Und wer gedacht hatte, dass bei der zweiten Aufführung die „Luft raus“ sei, der sah sich getäuscht: Die HGS-Kinder waren in der Lage, sich nochmals zu steigern und präsentierten das Musical mit einer derart großen Spielfreude, dass es am Ende im Publikum kein Halten mehr gab und die „kleinen“ Bühnendarsteller unter „Standing Ovations“ noch eine Zugabe geben mussten. So wurde zusammen von der HGS und der PHM ein kleines Stück Afrika nach Bruchköbel transportiert, das noch lange in den Köpfen der Akteure und er Zuschauer bleiben dürfte.