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(Bruchköbel/jgd) - Neuer Politik-Aufreger, oder bloss ein Sturm im Wasserglas? In der vergangenen Woche sorgte eine Pressemeldung zum möglichen Neubau des Vereinsheims der SG Bruchköbel (SGB) für eine Schlagzeile. Hintergrund ist die Absicht der SG Bruchköbel, ihr in die Jahre gekommenes Vereinsgebäude am Wald neu zu errichten. Der Neubau soll den Ansprüchen an den gewachsenen Spiel- und Trainingsbetrieb mit inzwischen 18 Teams genügen.


Das alte Gebäude stammt aus den 60er Jahren und ist baulich und technisch überholt: Es gibt zu wenige Umkleidekabinen, es fehlen Toiletten, auf Barrierefreiheit für gehbehinderte Menschen hatte man in den 60ern noch nicht geachtet. Und wegen Schimmel- und Wasserschäden würden über kurz oder lang umfangreiche Sanierungen nötig. Deswegen sieht der Vorstand der SG Bruchköbel den Zeitpunkt gekommen, ein neues, zeitgemäßes Gebäude zu errichten. Aus dem jetzigen Fussballerheim soll dann ein Vereinsheim für die gesamte SGB mit ihren fünf Sportabteilungen und rund 1.750 Mitgliedern werden. Bestückt mit einer Geschäftsstelle, mit Raum für Versammlungen und Schulungen und mit Materialräumen insbesondere für die vielen Jugend-Teams. Auch eine neue Gaststätte soll integriert werden.

Die Versammlung befand das Vorhaben am Montag nach eingehender Diskussion bei nur einer Gegenstimme für gut. Man hofft dabei auf Unterstützung durch die Stadt. Der Verein wird somit einen Antrag an den Magistrat stellen, bei den Vorplanungen finanziell behilflich zu sein. Diese Planungsarbeiten sollen den Umfang und die voraussichtlichen Gesamtkosten klären - als Voraussetzung, um Fördergelder des Landes Hessen, des Main-Kinzig-Kreises, des Landessportbundes, der KfW und nicht zuletzt der Stadt Bruchköbel zu beantragen. Die Kosten der Vorplanung betragen maximal 30.000 Euro. Die zuletzt heiss diskutierte Behauptung, dass im Februar vom Parlament beschlossene 100.000 Euro Sportförderung für das Vereinsheim bestimmt gewesen seien, dürften letztlich "Fake News" sein. Denn wie sich nun zeigt, wird, erstens, so viel Geld absehbar gar nicht gebraucht. Und Bürgermeister Maibach stellte, zweitens, vor den Mitgliedern klar, dass für Zuschüsse der Stadt sowieso ein eigener Antragstitel erstellt werden muss, der erst für das Haushaltsjahr 2018 relevant werden kann. Dafür müsse dann das Parlament gewonnen werden.

Der Bürgermeister lud den Vorstand der SGB jetzt zu weiteren Gesprächen mit der Verwaltung ein. Ziel sei, eine Planung und einen gangbaren finanziellen Weg für das Projekt zu finden. Weil es sich dabei auch um eine Maßnahme mit städtebaulichem Charakter handelt, mit Strahlkraft in die ganze Region hinein, steht der Bürgermeister dem Vorhaben offensichtlich wohlwollend gegenüber. Er mahnte aber auch an, dass er in der Zeit der Planung und Realisierung auf verlässliche Zuarbeit aus dem Verein zähle.    
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Sliwkas Worte

Kommentar -
von Jürgen Dick

Ob CDU/SPD die im Februar beschlossene Sportförderung wohl tatsächlich für Vorplanungskosten des SGB-Vereinheims verwenden wollten? Diese Darstellung zieht auf "Facebook" und in den Oppositionsparteien wie selbstverständlich ihre Kreise. Aber weder der damalige Beschlusstext, noch das Sitzungsprotokoll des Parlaments stützen diese Behauptung - und die realen Beschlüsse sind nun einmal das, worauf es ankommt.

Dennoch ist der neue CDU-Fraktionsführer Thomas Sliwka nicht ganz "unschuldig" an diesen Gerüchten. Denn er hatte sich in seiner Haushaltsrede vom Februar deutlich dafür ausgesprochen, angesichts der erneut positiven Haushaltszahlen endlich wieder mal etwas für Geräte und Renovierungen im Bereich des Jugendsports zu tun. Die eigentliche Sorge der Oppositionen dürfte dabei sein, dass Sliwka das richtige Thema im Visier haben könnte. Denn sollte sich der Verdacht erhärten, dass sich da ein kommender Bürgermeisterkandidat aufbaut, dann wäre immerhin zu konstatieren: Der Mann sucht sich dafür jedenfalls Themen aus, mit denen man bei den Bürgern punkten kann. Denn die Qualität der Jugendarbeit in den Vereinen ist in jeder Kommune ein starker Faktor. Ihr Beitrag zu Stabilität und Sicherheit ist in Zahlen gar nicht zu ermessen. Die "Schuld", dieses Thema adressiert zu haben, wird Sliwka vermutlich nicht allzu schwer auf den Schultern liegen.