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Bahnhof Bruchköbel

Grüne haken nach / Stellungnahme des RMV

(Bruchköbel/jgd) - Kommt irgendwann eine Zug-Direktverbindung von Bruchköbel nach Frankfurt? Die Fraktion der Grünen hakte dazu bei der letzten Stadtverordnetensitzung nach. Für den BK ein Anlass, beim Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) dessen Sicht auf die Dinge nachzufragen. - Die Grünen erinnerten daran, dass der RMV in den Osterfeien 2016 einige Direktverbindungen Bruchköbel/Frankfurt angeboten hatte, damals allerdings nur für einige Wochen. Der Grund seien Gleisbauarbeiten an anderen Stellen im Großraum Frankfurt und Wetterau gewesen, so hiess es seinerzeit. Immerhin, so die Grünen, hatten RMV und Deutsche Bahn (DB) damit gezeigt, dass sich auch heute schon Züge von Bruchköbel nach Frankfurt ohne Umsteigen durchleiten lassen.

"Wir müssen uns also nicht auf die Eröffnung der nordmainischen S-Bahn vertrösten lassen, wie es der RMV glauben machen will", so die Grünen. Warum also heutige Züge der Strecke Frankfurt/Hanau nicht jetzt schon nach Hanau/Bruchköbel/Friedberg durchleiten? Beide Netze, so die Grünen, werden von DB Regio betrieben. Das müsse also zu regeln sein. Und spätestens ab 2019 würden die Streckenplanungen neu in Gang kommen, so die Grünen. Ab 2021 sei ein neues Ausschreibungsverfahren zu erwarten. Bruchköbel habe also knapp zwei Jahre Zeit, Einfluss auf RMV und Bahn zu nehmen, damit die Ausschreibungen auch Direktverbindungen nach Frankfurt vorsehen. Es sei jedenfalls Eile für Bruchköbel angesagt, die eigenen Interessen in die Verhandlungen einzubringen.

Eine Stellungnahme des RMV gegenüber dem BK legt allerdings nahe, dass der Zug der Verhandlungen bereits abgefahren sein könnte: Die beiden Bahnlinien Hanau/Bruchköbel sowie Hanau/Frankfurt seien unterschiedlichen Teilnetzen zugeordnet, so der RMV. Sie würden ab Dezember 2018 von unterschiedlichen Verkehrsunternehmen betrieben: "Eine Heraustrennung der beiden betroffenen Linien aus den Verkehrsverträgen und Neuordnung könnte frühestens 2033 mit der nächsten Neuvergabe erfolgen."

Von Seiten des RMV wird die derzeitige Situation wiederum als befriedigend bewertet. In der Hauptverkehrszeit bestehe zwischen Friedberg und Hanau ein 30-Minuten-Takt. Auch am Wochenende verkehrten wieder Züge. In Hanau bestünden für Pendler und Reisende laut RMV "sehr attraktive Umsteigemöglichkeiten" nach Frankfurt. Die kurzen Übergangszeiten ermöglichten Reisezeiten, die denkbaren umsteigefreien Fahrten entsprächen. Bei einer Kombination der Linien Bruchköbel/Hanau mit der bestehenden Linie Hanau/Frankfurt ergäbe sich aufgrund einer Wartezeit in Hanau und wegen der Zwischenhalte der Linie sogar eine längere Fahrzeit bis zum Frankfurter Süd- und Hauptbahnhof, behauptet man beim RMV. Das würde die Attraktivität einer Direktverbindung dann auch wieder mindern. Für eine Durchbindung der Züge über Hanau müsse zudem ein durchgehendes Bahnsteiggleis für die im Hauptbahnhof erforderliche Wartezeit zwischen Ankunft aus Richtung Friedberg und der Weiterfahrt nach Frankfurt frei sein. Das sei in der Berufsverkehrszeit nicht zu realisieren. Letztlich scheitere eine Direktline Bruchköbel/Frankfurt derzeit daran, dass es insbesondere während des Berufsverkehrs keine freien Trassen- und Bahnsteigkapazitäten gebe, so der RMV. Auch in den vergangenen Jahren habe man bereits stark nachgefragte Pendlerzüge zwischen dem Frankfurter Haupt- und Südbahnhof streichen müssen, da keine Fahrplantrassen mehr zur Verfügung gestanden hätten.